Frühkindliche Bildung
00:00:01: Es ist bekannt, dass Kinder, die in Armut leben, seltener Zugang zu qualitativ hochwertigen Angeboten der Kindertagesbetreuung haben als Kinder aus einkommensstarken Familien.
00:00:12: Sie leben häufig in sozial-infrastrukturell benachteiligten Stadtteilen wo das Angebot geringer ist und häufig auch eben die pädagogische Qualität geringerer ist als in anderen Stadtteilen was mit diesen Bedingungen zusammenhängt.
00:00:27: Wie ist der Rahmen eigentlich gesteckt und die pädagogische Arbeit ist davon abhängig?
00:00:32: Und das ist was zu problematisieren gehört.
00:00:36: Hallo und willkommen zu einer neuen Ausgabe von.
00:00:38: Auf die ersten Jahre kommt es an, dem Podcast von Fröbeln und Nifpe für pädagogische Fachkräfte.
00:00:45: Ich bin Katrin Hohmann und interview monatlich Expertinnen und Experten zur vielfältigen Themen der frühkindlichen Bildung und Entwicklung immer wissenschaftlich fundiert Und zugleich nah an der Praxis.
00:01:01: In Deutschland ist fast jedes vierte Kind unter achtzehn Jahren von Armut bedroht oder betroffen und wir können uns vorstellen, das hat natürlich weitreichende Folgen auch für die Bildungsteilhabe von Kindern und Jugendlichen.
00:01:14: in dieser heutigen Folge möchten wir mit Professor Dr.
00:01:17: Tanja Salem darüber sprechen wie Kitas armutsbewusst inklusiv und partizipativ gestaltet werden können.
00:01:25: In dieser Folge geht es darum, wie pädagogische Fachkräftekinder und Familien die von Armut Betroffen sind sensibel begleiten können.
00:01:32: Und was im Alltag dabei hilft Hürden für Bildung und Teilhabe abzubauen.
00:01:38: Professorin Dr.
00:01:39: Tanja Sahnem lehrt seit Jahrzehntausendzwanzig an der Fachhochschule Potsdam Theorie & Praxis der Kindheitspädagogik Und ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der frühen Kindheit sowie der Professionalisierung in der Migrationsgesellschaft.
00:01:53: Ich freue mich total, Sie begrüßen zu dürfen Frau Salem.
00:01:56: Ja herzlich willkommen erst mal!
00:01:58: Ja ganz herzlichen Dank für die Einladungen.
00:02:00: ich freue mich dass wir heute miteinander sprechen können.
00:02:04: Möchten sie sich zu Ihrer Person noch etwas ergänzen?
00:02:07: Zwar jetzt ein kurzes kurze Vorstellung.
00:02:09: ja vielleicht noch eine Kleinigkeit.
00:02:12: ich habe seit circa einem Jahr die Möglichkeit zu forschen, zu Kita Sozialarbeit in Brandenburg.
00:02:19: Und was ich da erlebe in den Gesprächen mit den Fachkräften, Leitungskräften und auch Triggervertreterinnen – das finde ich sehr anregend und wertvoll wenn wir uns mit der Thematik Armut auseinandersetzen.
00:02:31: also Kita Sozial Arbeit eben als eine Säule der Kindheitspädagogik sozusagen im Kindertageseinrichtungen die Familien- und Kinder ganz explizit auch in Armutslagen unterstützen kann.
00:02:45: Vielleicht haben wir den einen oder anderen Quer verweisen nachher darauf.
00:02:48: Das ist super!
00:02:49: Es klingt nach sehr viel praktischen Erfahrungswerten, die Sie jetzt auch noch mal sammeln und ausbauen können.
00:02:55: dadurch?
00:02:56: Auf jeden Fall ja bin ich sehr dankbar für.
00:02:59: Ja ich glaube dann starten wir auch direkt rein weil ich finde wenn wir so Begriffe hören dann geht in uns vermutlich allen ja auch ein Gefühl einher vielleicht auch Bilder.
00:03:12: bei mir ist es zumindest Immer so, also ob ich mich über Gewalt austausche.
00:03:16: Ob Ich mich über Macht austaussche und wenn ich auch das Wort Armut höre, löst es in mir etwas aus?
00:03:23: Und vielleicht da auch gleich mal die erste Schleife zu drehen.
00:03:26: was meinen wir eigentlich Wenn wir von Armut bei Kindern sprechen?
00:03:30: Ja!
00:03:31: Ich würde gern aufgreifen was sie gerade gesagt haben.
00:03:33: Das löst was aus und nicht glaube dass ist elementar bei dem Thema Also dass armut is in unserer Gesellschaft Scham behaftet und zwar nicht nur bei Eltern, bei Kindern sondern auch bei Fachkräften.
00:03:45: Es wird nicht gern darüber gesprochen.
00:03:48: man hat bestimmte Bilder haben sie gerade gesagt also von prekären Lebensverhältnissen beispielsweise in den Kinder aufwachsen.
00:03:56: noch viele andere Bilder die zum Beispiel auch politisch und medial ganz aktuell auch nochmal gefüttert werden muss ich sagen Armut ist selbst verschuldet, wenn du dich nicht genug anstrengst.
00:04:06: Dann kannst du in die Armutsfalle nenn ich es jetzt mal kurz rutschen.
00:04:10: also wenn du nicht die Leistung erbringst sozusagen in dieser Gesellschaft produktiv mitzuwirken dann bist du eben selber schuld.
00:04:18: und häufig sind da noch so Bilder verknüpft wie die faulen Armen.
00:04:22: das kursiert in unserer Gesellschaft also eine hochgradig individualisierte Perspektive auf Armut.
00:04:29: ausblende das armen Gesamtgesellschaftliches Phänomenes, dass in unserer Gesellschaft durch... Die Produktionsweisen, die wir hier haben.
00:04:37: Also auch das kapitalistische System eben hergestellt wird Armut und Reichtum.
00:04:42: Und Armut kann jeden tatsächlich betreffen.
00:04:45: also Wir sind davor nicht gefeilt zum Beispiel wenn der Job verloren wird oder auch Wenn man den Job nicht behalten kann und zb im Niedriglohnensektor tätig werden muss.
00:04:54: Das vielleicht ein bisschen als Rahmen.
00:04:56: Deshalb kommen auch so nach meiner Erfahrung auch ebenso auch unangenehme Gefühle auf.
00:05:01: ich erinner mich an eine Tagungen von Fröbel zum Thema Armut, wo das dann auch genau aufgegriffen wurde.
00:05:07: Wir haben Angst davor, armen zu werden und das beeinflusst auch wie wir eben mit Armut in der kindheitspädagogischen Praxis umgehen.
00:05:15: Und bei Kindern und Armut vielleicht als allererstes darum geht es ja auch an diesem Podcast.
00:05:21: dann nochmal armut begrenzt Bildungsteil habe.
00:05:25: dass zeigen Studien wiederkehrend, große Bildungsstudien immer wieder.
00:05:29: Dass die ökonomische Lage, die soziale Lage von Familien und Kindern ganz eng verknüpft ist eben mit Bildungsschancen – das auch schon in der frühen Kindheit in der Kita.
00:05:41: Sie haben auch, habe ich verstanden in der Frage so ein bisschen darauf abgesehlt wie man Armut eigentlich verstehen kann und da gibt es unterschiedliche Konzepte, Armutskonzepte.
00:05:50: ganz weit verbreitet ist eben ökonomischer Begriff.
00:05:53: Da steht das Geld über dass Menschen verfügen im Mittelpunkt.
00:05:56: Das ist auch sehr naheliegend denn Geld ist bedeutsam für Teilhabe in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen eben auch Bildung.
00:06:04: Und dann gibt es was, was in Deutschland und da in der EU sozusagen als Richtgröße herangezogen wird – nämlich wer bis zu sechzig Prozent des Medians des sogenannten bedarfsgewichteten Netto-Equivalenzeinkommens also eine rechnerische Größe hat, der gilt als Arm.
00:06:22: Das bedeutet für Alleinlebender laut dem Statistischen Bundesamt, dass Menschen, die über thousand one hundred forty-six Euro verfügen als Arm gelten.
00:06:34: Also Alleinstehende und für Familien, die aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern bestehen, die unter vierzehn sind, liegt diese Schwelle bei drei tausendsechsunddreißig Euro.
00:06:43: Das ist denn aber nicht unbedingt das Geld, das den Familien tatsächlich zur Verfügung steht.
00:06:47: Das ist meist noch weit darunter.
00:06:49: Das zeigt auch zum Beispiel der Armutsbericht des paritätischen Gesamtverbandes.
00:06:56: Das ist vielleicht noch wichtig bei unserem Kontext, in dem wir uns hier bewegen.
00:07:00: Bei den Familien mit Kindern sind insbesondere Alleinerziehende von Armut betroffen.
00:07:07: Ja und wenn wir so Zahlen hören dann gehen da uns ja auch also Licht aus.
00:07:11: Also ich musste gerade auch schon einmal ... also bei den Zahlen zum einen aber auch bei dem Begriff jetzt haben wir Armut gehört und dann haben sie einmal kurz gesagt Reichtum.
00:07:19: Boah was das Wort auch auslöst, was das auch wieder macht und wie wir uns da auch... Ja, vielleicht jeder individuell aber welche Bilder entstehen und wenn wir uns das übertragen auf Kinder und auf Chancen und Aufbildungsteil habe.
00:07:33: Was sie gerade schon angesprochen haben wird schon relativ schnell klar was es für einen Unterschied machen kann.
00:07:38: Und gleichzeitig ist unser Ziel wie können wir das abbauen dass alle Kinder das gleiche Recht auf Entwicklung, Aufteilhaber, Aufbildung haben?
00:07:48: Ja, wenn vielleicht gehen wir ein Schritt weiter.
00:07:50: Wir sind jetzt in den Einrichtungen, in den Kitas, in der pädagogischen Praxis und Fachkräfte begegnen ihrer Kindergruppe ihren Kindern und haben vielleicht Vermutung Woran können Fachkräftesensibel erkennen das?
00:08:07: Es da vielleicht Unterstützungsbedarfe gibt, dass es sich um ein Kind handelt was unter armutsbelastenden Bedingungen aufwächst.
00:08:15: Ohne vorschnell diese eigenen Bilder oder Hypothesen anzustellen Und wozu überhaupt?
00:08:21: Das ist vielleicht auch die Frage.
00:08:22: Wozu brauche ich das, wozu erkenne ich das?
00:08:25: Wozu?
00:08:25: ja, ist das überhaupt von entscheidender Bedeutung?
00:08:27: Ja, vielleicht den letzten Punkt direkt aufgreifend Kindertageseinrichtungen haben, den Auftrag Kindern Teilhabe zu ermöglichen und darum geht es im Kern also auch Beobachtungen und auch das pädagogische Handeln genau darauf auszurichten wie Kinder nicht nur Naja, in die Kindertageseinrichtung kommen Kinder und Familien.
00:08:49: Sondern wie sie auch am Alltag eben mitwirken können also ihnen mitgestalten können Wie es möglich ist dass Sie sich als Teil einer Gruppe erfahrenen der ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden Und ja letztlich eben auch Anteil genommen werden kann an ihrem Leben.
00:09:07: das betrifft alle Kinder nicht nur arme kinder sondern darum sollte Es gehen teil habe auch im alltageben zu ermöglichen den vielfältigen pädagogischen Situationen, die es da gibt.
00:09:19: Und vor dem Hintergrund ist es dann auch notwendig zu erkennen oder zu wissen wenn Kinder an Armutslagen leben und zu schauen wo bestehen denn da vielleicht Teilhabe barrieren auf Grund der Lebenslage?
00:09:33: Für mich wäre es zentral dass Fachkräfte gar nicht rätseln müssen ob ein Kind in einer Armutslage lebt oder nicht sondern das ist dafür oder das ist diesbezüglich eben Wissen gibt über die Lebensbedingungen der jeweiligen Familien, die eben Teil der Kita sind.
00:09:51: Und wenn ich aber dann nochmal darauf schaue was ja auch in eine Rolle spielt ist zum Beispiel das wohlbefinden soziale Teilhabe und so weiter Dann haben wir in Kitas die Situation dass Bildungs- und Entwicklungsdokumentationen eingesetzt werden und Fachkräfte da über ein vielfältiges Wissen und Können verfügen Und das sensibilisiert vielleicht auch für bestimmte Auffälligkeiten aus Sicht der Fachkräfte, aber ob das tatsächlich auf die Lebensbedingungen armut zurückzuführen ist.
00:10:18: Das wäre dann im individuellen Fall zu klären also zum Beispiel dadurch dass mit Familien vertrauensvolles Verhältnis besteht und auch miteinander gesprochen wird.
00:10:28: Es gibt mittlerweile auch Instrumente, die vielleicht nochmal den Blick ganz genau auf Teilhabe richten und auch schärfen können Also die dem Lebenslagenansatz zum Beispiel folgen und auf Gesundheit, auf Soziales gucken aber auch darauf inwiefern Kinder eben außerhalb der Kita an Angeboten wahrnehmen.
00:10:50: Instrument oder ich habe da jetzt gerade eines vom ISS vor Augen.
00:10:54: Das finde ich wirklich hilfreich, weil es darauf schaut was sind die Ressourcen des Kindes?
00:10:58: Was fällt mir aber vielleicht auf?
00:11:00: wird das Kind sozial ausgegrenzt?
00:11:01: wird zum Beispiel nicht zu Geburtstagen eingeladen und was können wir denn tun um diese Barrieren abzubauen?
00:11:07: gibt's wirklich?
00:11:08: ja das ist wirklich etwas Handfestes sozusagen was Anregungen bieten kann.
00:11:12: wichtig ist tatsächlich oder ist mir jetzt auch noch mal zu unterstreichen, wenn Fachkräfte nicht redseln müssten.
00:11:18: Wie es der Familie geht wie sie lebt und dass eben auf die je individuelle Situation geblickt werden muss.
00:11:25: Was ich da raushöre ist, wenn wir reden und vielleicht auch so ein bisschen als Plattrum eiern.
00:11:30: Sie hatten Eingangs ja auch gesagt das es ein Thema ist was mit Scham besetzt ist.
00:11:33: Das spielt also auch wieder die Selbstreflexion der Fachkraft eine große Rolle.
00:11:36: zu gucken wie geht's mir damit?
00:11:37: Wenn ich unsicher bin wie spreche ich an zu gucken, wie komme ich in einer Professionalisierung stelle ich fest dass es mir unangenehm ist.
00:11:43: woran liegt das denn?
00:11:44: weil das hilft niemanden weiter.
00:11:46: Und vielleicht können Sie noch mal ganz kurz, es würde mich interessieren und vermutlich auch viele Hürre erinnern.
00:11:51: Dieses Instrument also wenn's so was handfestes ist wie kann ich mir das vorstellen in der Praxis?
00:11:55: Also ich hab jetzt beispielsweise ja vielleicht haben sie auch ein Beispiel, so'n Kind ähm... Was mir vielleicht auffällt, was ja vielleicht vermehrt.
00:12:04: Wir bringen Frühstück mit und es hat vielleicht kein Frühstuck dabei, vielleicht merke ichs an der Kleidung.
00:12:10: Na und ich spüre etwas!
00:12:11: Was könnte ich
00:12:12: tun?!
00:12:13: Bevor ich ihn dreht oder interpretiere.
00:12:17: Mit dem Kind sprechen?
00:12:22: Ja, also es gibt so ein paar Marker würde ich sagen oder ja Fokuspunkte... die im Gespräch mit Eltern geklärt werden können.
00:12:30: Also wie lebt die Familie?
00:12:32: Wie ist die materielle Lage, wie groß ist die Wohnung?
00:12:35: Wie arbeiten die Eltern?
00:12:37: Wie sieht überhaupt auch zum Beispiel die Ausstattung zu Hause aus?
00:12:41: funktioniert die Waschmaschine gerade oder nicht?
00:12:43: also solche Dinge.
00:12:45: Und dann aber auch auf der Kindersite, sage ich mal da die Beobachtung drauf zu fokussieren.
00:12:50: Das habe ich gerade schon gemeint.
00:12:52: Gibt es festes Spielpartner in?
00:12:54: wird das Kind eingeladen?
00:12:56: Wie bringt sich denn eine Interaktion mit anderen Kindern zurück?
00:13:01: oder wird sie zur Geburtstag eingeladet oder nicht?
00:13:04: hilft es gerne anderen Kindern solche Dinge, also auch da auf die Ressourcen zu gucken.
00:13:09: Dann auch auf die gesundheitliche Lage zuschauen das wirklich im Blick zu haben.
00:13:13: ist es oft krank?
00:13:15: solche Dinge beispielsweise?
00:13:17: Also das wäre, was ich da jetzt gerade vor Augen habe tatsächlich ein Bestandteil sozusagen der Entwicklungs- und Bildungsdokumentation.
00:13:25: Das setzt allerdings auch voraus dass es im Team in einer Einrichtung einen Wissen über Armut als gesellschaftliches Phänomen gibt und auch Ursachen und Folgen bekannt sind und dann auch eine Abstimmung darüber stattgefunden hat.
00:13:39: wie wollen wir eigentlich damit umgehen?
00:13:42: Wie sprechen wir über Armut?
00:13:44: Wie sprechen mit Kindern und Eltern, was wollen wir eigentlich genau tun.
00:13:49: Wo sehen da auch unsere Handlungsspielräume?
00:13:53: Hat das Ihre Frage beantwortet?
00:13:54: Das hat
00:13:54: meine Frage beantwortet und gleichzeitig kommen dann die nächsten, weil genau dieses wie mache ich es denn.
00:13:59: Ich stelle mir jetzt vor, dass gerade beschriebene Kind ist jetzt vielleicht auch schon ein bisschen älterne kann sich äußern und wir merken vielleicht im Kreis eine Erzählerunde manche fliegen in den Urlaub andere erzählen von Ereignissen Und wir merke da bleibt jemand etwas sprachloser zurück als Fachkraft wieder ins Spiel und denke, okay was tue ich jetzt?
00:14:21: Also wie vielleicht merke ich eine Scham.
00:14:23: Vielleicht merke Ich ne Unsicherheit um diese nicht zu spüren und eben Fels in der Brandung zu sein.
00:14:28: Wie könnte ich es denn machen?
00:14:29: auch da würde ich wieder ein Ausgangspunkt darin sehen na wie wollen wir eigentlich Als Team damit umgehen?
00:14:36: also man kann sagen wir wollen Armut hier gar nicht thematisieren Das ist eine Strategie, dass man sagt wir wollen hier niemanden etikettieren und alle Kinder sind irgendwie gleich.
00:14:49: Das soll hier in der Einrichtung gar keinen großen Stellenwert haben.
00:14:53: so Und das ist eine Möglichkeit.
00:14:56: und wenn Kinder in so einer Situation denn sprachlos sind, dann muss ich schon auch gucken was kann ich eigentlich tun damit das Kind etwas erzählen kann.
00:15:05: Also an welchen Lebenssituationen kann ich da anknüpfen?
00:15:08: Was ist für alle Kinder vielleicht relevant und wo können alle Kinder was beitragen?
00:15:13: Wo liegen denn die Gemeinsamkeiten aller... also soweit man das pauschal sagen kann aller Kinder das Entfokus zurück.
00:15:20: Das wäre eine Möglichkeit.
00:15:23: eine andere Möglichkeit, die ich da jetzt noch sehe.
00:15:27: Das geht ja dann auch um Teilsein sich als Teil der Gruppe zu erleben könnte sein dass wir sagen okay wir wissen das Kinder an unterschiedlichen unter unterschiedlichen Lebensbedingungen aufwachsen und das soll hier auch Raum haben.
00:15:40: also Armut als gesellschaftliche Realität betrifft alle Menschen in dieser Gesellschaft ob sie betroffen sind oder nicht.
00:15:46: es wird darüber gehört das wird darüber gesprochen und es ist eben auch jemand davor gefeilt selber arm zu werden.
00:15:53: Und dann könnte man sich überlegen, dass man gemeinsam mit Kindern als Fachkräfte und vielleicht auch mit Eltern näher gemeinsame Regeln erarbeitet.
00:16:03: Wie wollen wir hier miteinander umgehen?
00:16:05: Wie kann Überlebensrealitäten gesprochen werden ohne das sie zum Beispiel abgewertet werden?
00:16:11: Ich finde die rekaner Reflexion dafür eigentlich ganz hilfreich wenn man die zu Rate zieht.
00:16:16: also so ein ich nenne es jetzt mal einen gemeinsamen Verhalten Skodex für sich zu entwickeln als Einrichtung zusammen mit Kindern und auch mit Eltern, die gemeinsam verabredet werden.
00:16:27: Wenn man so in die Forschung blickt wenn über Regeln kommuniziert wird und sie gemeinsam abgestimmt werden und festgelegt wird wie gehen wir damit um?
00:16:35: Wenn Regeln nicht eingehalten werden dann steigt da das Verantwortungsgefühl von Kindern sich dafür einzusetzen und zum Beispiel verletzendes Verhalten anzuzeigen und für sich selbst gut zu sorgen.
00:16:47: Und sie sagten immer ganz kleine, zu schauen was verbindet die Kinder statt was Trends.
00:16:52: Sie also darauf auch zu schauen welche Thematiken können wir aufgreifen um da den Blick ich sage mal ein bisschen von dem ja in diesem Moment finanziell unterscheidenden herzurehnen?
00:17:02: das hat ja eher was materielles und jetzt weniger mit Bildung zu tun.
00:17:06: und zu den Rekke einer Reflexion auch noch einen kurzen Schlenker haben darüber auch schon eine Podcast Folge für alle die sich dafür interessieren.
00:17:11: aufgenommen ist ihr auch so paar schätze.
00:17:13: es ist ein ganz ganz tolles ein Leitfaden, an dem wir uns wie Sie gerade gesagt haben super orientieren können verlinken.
00:17:19: Wir auch in den Show
00:17:20: Notes.
00:17:24: Es gibt dennoch und es bleibt auch in unserer Gesellschaft so dass wir Hürden für Bildungsteilhabe auffinden Und das bleibt bei Kosten Bei Zugängen, bei Informationen, bei AGs, bei diesen Extras häufig oder plopptes da auf Dass wir diese Extras spüren.
00:17:46: Ich weiß gar nicht, wie es mittlerweile gesetzlich, ob's einheitlich in Deutschland ist gesetzlig.
00:17:52: Auch gerade in den Kitas die Zusatzkosten
00:17:55: etc.,
00:17:55: sollten ja möglichst so sein dass allen die Teilhabe möglich ist.
00:17:59: ich weiß aber gar nicht ob es gesetzliche jetzt schon so verankert ist das das auch umgesetzt wird.
00:18:02: Aber vielleicht genau davon weg.
00:18:04: was können Kitas tun um möglichst wenig von diesen Hürden spürbar zu machen?
00:18:08: Dass wir wirklich offen sind
00:18:10: Ja meine Gedanken gehen gerade noch einen Schritt davor sozusagen und zwar auf das Grundproblem, dass Kitas unterfinanziert sind.
00:18:19: Also es ist bekannt, dass Kinder die in Armut leben seltener Zugang zu qualitativ hochwertigen Angeboten der Kindertagesbetreuung haben als Kinder aus einkommensstarken Familien.
00:18:30: sage ich mal sie leben häufig in sozial-infrastrukturell benachteiligten Stadtteilen wo das Angebot geringer ist und häufig auch eben die pädagogische Qualität geringe als in anderen Stadtteilen, was eben auch mit diesen Bedingungen zusammenhängt.
00:18:45: Also wie ist der Rahmen eigentlich gesteckt und die pädagogische Arbeit ist davon abhängig?
00:18:51: Und das ist eigentlich etwas zu problematisieren gehört.
00:18:53: Das heißt wenn ich in einer Einrichtung arbeite in einem ja ich nenne es mal wohlhabenden Stadtteil mit auch einer einkommensstarken Familien schafft oder mit Einkommen starken Familien habe ich als Einrichtung oder haben die Einrichtungen ganz große Handlungsspielräume.
00:19:09: Die können alles Mögliche tun an Ausflügen, an Aktionen ohne sich Gedanken machen zu müssen zum Beispiel auch Elternbeiträge notwendig sind.
00:19:19: Und das ist in anderen Kitas, die eben schlechter ausgestattet sind und häufig immer von armen Kindern besucht werden – nicht der Fall!
00:19:26: Die müssen sich Gedanken machen welche pädagogische Arbeit sie aufgrund ihrer finanziellen Lage und auch der Familien tun können.
00:19:34: Das ist ja ein Problem.
00:19:35: also die pädagogischen Entscheidungen sind abhängig von Geld.
00:19:39: so und das betrifft eben auch die Einrichtungsebene und würde eine Armutsbewusste Haltung und Praxis nicht nur daran festmachen wollen, inwiefern das gelingt allen Kindern eben Zugang auch zu solchen Aktionen zu ermöglichen.
00:19:55: Auch wenn ich das zum Beispiel elementar finde dass die Einrichtungen darüber Bescheid weiß wie die Arbeitsbedingungen von Eltern sind.
00:20:02: also was man zum Beispiel bedenken muss weil man eine Elternveranstaltung anbietet geht das vielleicht nicht?
00:20:07: Weil die einen Großteil in Schicht arbeitet oder wie auch immer Können die dann überhaupt teilnehmen?
00:20:12: Die Eltern, die Familien an solchen Aktivitäten.
00:20:15: Das ist auf jeden Fall wichtig und bedenkenswert aber über diese sozusagen finanziellen Aspekte hinaus.
00:20:25: es ist so eine grundlegende Frage wie wollen wir hier eigentlich mit Armut umgehen?
00:20:32: Und dazu gehört für mich als Basis erst mal ein geteiltes Wissen das habe ich schon gesagt über Armutursachen und Folgen und vereinbarte sozusagen Strategien.
00:20:42: Und wenn ich jetzt auf die Punkte nochmal eingehe, die sie genannt haben zum Beispiel Frühstückausflüge, Armut.
00:20:50: ja dann kann man da verschiedenes tun.
00:20:52: also einricht es gibt Einrichtungen die sagen wir machen wie auch immer möglich dass alles nichts kostet oder wir machen zB gar keine Ausflügel.
00:21:01: das ist auch möglich das zu sagen weil's einfach bei uns nicht geht.
00:21:06: aber das wäre denn letztlich Teil auch so.
00:21:11: ein Entwicklungsprozess ist eine Einrichtung zu schauen, wo wollen wir denn eigentlich hingehen?
00:21:15: Und ich will das nochmal unterstreichen.
00:21:17: Das ist schon ein Ding, dass in Deutschland sich Einrichtungen darüber Gedanken machen müssen was sie anbieten können und was sie für pädagogisch sinnvoll achten aufgrund der finanziellen Lage der eigenen und der der Familien.
00:21:29: Ja, das ist ein Ding.
00:21:30: Und was machen wir damit?
00:21:31: Das ist tatsächlich immer wieder so eine Sache die uns aufploppt auch in den Gesprächen im Podcast wo wir auf politische Themen zu sprechen kommen und dann nicht selten einfach so einer Ohnmacht auch entsteht.
00:21:42: Haben Sie da eine Idee?
00:21:43: also ich bin ne Verfechterin davon und das will ich jetzt aber auch niemandem vorschreiben dass es mir wichtig eine Verfechterin davon auf solche Bedingungen aufmerksam zu machen Also sich zu verbünden in einem Sozialraum mit anderen Einrichtungen, an den Kitas und anderen sozialen Einrichtung.
00:22:04: Mit Eltern zu verbinden, mit Interessensvertretungen zu verbunden und zu sagen wie die Dinge sind was eigentlich bedeutet wenn Kinder- und Familien in Armut leben auch für die pädagogische Arbeit und ich sage mal letztlich eben für das Wohlbefinden auch von Kindern und Familien und Bildungs teilhabe.
00:22:22: Also da habe ich schon eine Tendenz dazu, genau zu sagen auch die Mittel zu nutzen, die es gibt um ja zu problematisieren.
00:22:29: Auch in der Öffentlichkeit, auch in der Kommune vielleicht mit Politikerinnen ins Gespräch zu gehen und kommunaler Verwaltung.
00:22:36: Gleichzeitig weiß sich auch das Kitas eine Vielzahl an Aufgaben haben dass die Personalbedingungen rekehr sind, auch wenn wir jetzt gerade einen demografischen Wandel haben.
00:22:46: Und dann braucht's... Ja!
00:22:49: Genau ich schüttel so den Kopf genau weil das ist ja auch Paradox, wie der Wandel sich vollzieht und wie unterschiedlich das trotzdem auch in unserem Land sichtbar wird.
00:22:57: Und die Bedingungen in den einzelnen Bundesländern so unterschiedlich sind.
00:23:00: also auch... Das ist ja was, was ich sage nochmal, was unmächtig machen kann.
00:23:07: Ja vielleicht hilft es dann manchmal auch Kleinschrittiger zu denken und trotzdem nicht weniger weitreichend?
00:23:15: Vielleicht wir konzentrieren uns hier auf die Familien und denen wir arbeiten Und wir erarbeiten mit denen auch zusammen, was die brauchen und wie man das möglich machen kann.
00:23:25: Also wirklich ganz gezielt auf Kinderfamilien zu blicken klar.
00:23:32: Dann gibt es möglicherweise Begrenzung und dann wenn ich lande nicht wieder beim Punkt zuerst, auf die auch aufmerksam zu machen finde ich wichtig.
00:23:39: Also so ein bisschen zu normalisieren und auch diese Scham abzubauen also auch zu enttabuisieren ist höre ich raus?
00:23:46: So damit gemeint.
00:23:47: Und gleichzeitig diese Ressourcen, die wir haben zu nutzen – Sie haben gerade nochmal angesprochen – Vernetzung und konkrete Stellen.
00:23:54: wenn jetzt eine Kita das hört und denkt ja, wir könnten uns eigentlich noch mehr vernetzen?
00:23:57: Wir sind vielleicht doch noch ein bisschen alleine damit wem mit was hätten sie da noch Ideen, Beispiele?
00:24:04: Ja ich versuch das mal an einer ganz frischen Erfahrung festzumachen aus meiner Lehre.
00:24:10: es gibt finde ich ein wunderbares Material auch zur Sozialraumorientierung in der Kita und wir haben eine Methode im Seminar angewendet, die auch super von Kita selbst gemacht werden kann.
00:24:22: Dafür sind sie eigentlich auch gedacht.
00:24:24: nämlich haben wir uns in Google Einrichtungen ausgesucht mit denen die Studierenden Erfahrungen haben wo Sie schon mal gearbeitet haben zum Beispiel im Praktikum Und dann geschaut was für umliegende Einrichtung gibt es Beispielsweise.
00:24:37: Also Ärztinnen, Schuldnerinberatung, Familienberatungen, Vereine andere Freizeitangebote wie Schwimmbäder oder ähnliches alles was so das ganze Leben eigentlich sage ich mal betrifft was es an sozialer Infrastruktur Also das mal aufzuschlüsseln, aufzuschließen.
00:24:58: Was ist da eigentlich um uns rum und mit wem?
00:25:01: Bestehen da eigentlich Kooperationen und Mitwemen nicht?
00:25:04: Was wäre wenn wir mit Eltern, mit den Familien sprechen für die eigentlich wichtig dass wir noch Kooperation aufbauen.
00:25:11: ein Beispiel aus Hamburg.
00:25:14: Da hat Kita und Grundschule sich vor vielen Jahren auf dem Weg gemacht, eine ganz enge Kooperation einzugehen und alle Kinder bestmöglich zu begleiten.
00:25:25: Und da sind viele armutsbetroffene Familien in der Kita.
00:25:29: Das ist auch so ein Stadtteil, der wirklich nicht gut ausgestattet ist mit all diesen Instanzen, die ich gerade genannt habe.
00:25:37: Die haben dann gesagt okay, die Schuldnerinberatung ist wichtig für viele Familien!
00:25:41: tatsächlich hier in unserem Stadtteil damit Kinder bestmöglich aufwachsen können, weil Finanzen wir haben schon gesagt wichtig sind für alle möglichen Lebensbereiche.
00:25:51: Und die haben diese Beratung reingeholt in Nikita.
00:25:54: Die ist einmal ein Monat in Nikitah gekommen genauso wie zum Beispiel Familienberatungen oder anderes.
00:26:00: also sich da auch zu öffnen und das kann relevant sein wenn zb im Wege weit sind zur bestimmten Hilfe und Unterstützungsinstanzen und Wegespielen eine große Rolle.
00:26:12: Das zeigen auch Studien wiederkehrend dafür, inwiefern Familien eben nicht nur frühkindliche Bildungsangebote wahrnehmen sondern noch andere.
00:26:20: also wie können da dann eben auch Barrieren abgebaut werden?
00:26:24: Und so zusammenarbeiten geknüpft und ja der Fenster geöffnet zu den einzelnen Institutionen.
00:26:31: Ja ich hatte auch gleich wieder Bilder im Kopf.
00:26:34: Ich habe gerade das Schwimmbad angesprochen Orte, die umliegend sind und sich gegenseitig unterstützen können.
00:26:40: Wenn Sie dann auch voneinander wissen und wissen wir können wirken?
00:26:43: Das
00:26:43: ist genau der Punkt, voneinander Wissen.
00:26:46: Ohne Wissen geht das da an dieser Stelle nicht.
00:26:49: Genau!
00:26:50: Und das kann man machen.
00:26:51: Das kann man eben auch mit Kindern machen, auch spielerisch.
00:26:53: Da gibt es auch einen schönen Methodenfundus wie ich finde.
00:26:57: Man kann auch mit Kindern Sozialraumerkundung machen.
00:27:02: Weil wer es hier eigentlich los ist, was kann ich alles tun oder... auch mit dem Fokus darauf.
00:27:07: Wo bin ich eigentlich gerne in meinem Sozialraum?
00:27:10: Wo halte ich mich gern auf, was ist ein wichtiger Ort für mich und wo nicht... vielleicht auch ein gefährlicher Ort.
00:27:16: Und das könnte dann auch wieder eine Grundlage sein, dafür zu sagen okay da muss sich was verbessern bei uns im Stadtteil und dafür braucht es Zusammenschlüsse und gibt's ja häufig auch.
00:27:26: Es gibt Arbeitsgruppen in Sozialräumen die sich eben auch mit verschiedenen Themen im Sozialraum auseinandersetzen und sich da anzuschließen ist eben eine Möglichkeit da auch wirksam zu werden und weitere Vernetzung zu schaffen.
00:27:42: Und das gibt wieder Kraft.
00:27:44: Wir kommen aus dieser Ohnmacht draußen, genau das mag ich persönlich so gerne wenn wir schauen.
00:27:48: natürlich müssen wir Dinge ansprechen wir müssen Dinge erst mal erkennen damit wir auch die Miserie oder diesen Notstand wahrnehmen und dann dort aber nicht zu verharren sondern uns überlegen okay was können wir jetzt machen?
00:28:01: Was können wir wirklich aktiv machen um handlungsfähig zu werden, handlungsfähig zu bleiben und zu unterstützen und wie Sie es gerade beschrieben haben und wir wieder auf den Anfang zurückkommen oder vielleicht auch vor ein paar Minuten was alles Geld kostet, das wissen wir und gleichzeitig auch da den Blick zu schärfen.
00:28:15: Was kostet denn kein Geld?
00:28:16: Und wo können wir auch Ressourcen schöpfen?
00:28:19: jetzt wieder zur Ausflügen im Sozialraum?
00:28:20: Zum Beispiel gibt es ja wahrscheinlich viele, viele Ideen die aufploppen, die ohnehin vermutlich schon ganz, ganz viele Einrichtungen nutzen.
00:28:26: Und vielleicht waren's aber doch noch einige Impulse für Einrichtung, die sagen, oh ja, das probieren wir auch noch mal aus und erschließen uns.
00:28:32: Das könnte eine spannende Sache sein.
00:28:35: Frau Salim Wir haben jetzt über Armut, wir haben skategorisiert.
00:28:39: Wir haben gestaut okay, wir versuchen Na, zu schauen wie gehen wir in den Einrichtungen damit um kurz angesprochen auch die Selbstreflektion der Fachkräfte zu schauen.
00:28:48: Was macht es mit mir?
00:28:50: Wenn ich das Bild des Worte höre Wie können wir mit Eltern sprechen dass wie würde ich mal so beantworten bei er Wir müssen sprechen.
00:29:00: also wir brauchen erstmal eine Grundlage um Sicherheit zu haben um uns zu informieren weil sonst haben wir nicht Überleg grad, ob uns noch was fehlt.
00:29:09: Ja vielleicht daran anknüpfen nochmal.
00:29:13: Wenn wir so über das Thema sprechen... Das ist jetzt auch in das eingeflossen, gesagt habe, dann gibt es Wissen über Armut.
00:29:21: Über die Folgen von Armut bei Kindern, bei Familien also Begrenzung was Bildungsteiler waren anbelangt auch darüber dass Beschämungen stattfinden Abwertungen statt finden das gibt es alles.
00:29:33: Das ist aber sozusagen nicht überzustülpen.
00:29:35: über Familien und das gebietet pädagogische Professionalität dann eben immer auf den individuellen Fall zu gucken Muss ich sprechen?
00:29:43: Ja, insofern würde ich das unterstreichen.
00:29:45: Also bei solchen müssen ist ein starkes Wort, will auch mal ein bisschen vorsichtig sein.
00:29:51: aber es geht nicht anders wenn man sagt okay ich bin hier nicht irgendwie wissen über an.
00:29:57: also es gibt nicht die armen menschen die haben familien sondern Nutze das Wissen als Orientierung und auch für mich zur Reflektion.
00:30:05: Gehe aber in den Kontakt, um zu erfahren wie es denn ist also das sogenannte Fallwissen da heranzuziehen.
00:30:13: Und dass dafür kein Weg dran vorbei angesprechen.
00:30:16: Sie haben jetzt noch mal eben von den Bildern auch von Charme gesprochen.
00:30:20: Das hatten wir ja schon.
00:30:21: Dass Familien sich schämen und auch Fachkräfte sich schemen, das ist ja auch ein Symptom der Verhältnisse unter denen wir leben.
00:30:27: Wie kann ich das eigentlich schaffen?
00:30:30: oder die Frage stellt sich mir, dass diese Scham ein Stück weit abgebaut wird und sie haben eben den Begriff Normalisierung angeführt.
00:30:38: Also wenn ich als in zum Beispiel einem Aufnahmegespräch schon ganz klar mache, mir ist klar, dass Familien auch also das die ökonomischen Bedingungen unterschiedlich sind oder uns als Einrichtung.
00:30:50: es ist klar und wir wollen aber... Wir wissen auch, dass Kita mit finanziellen Belastungsverbunden sein kann z.B.. Hinsichtlich Aktion.
00:30:59: Aber wir tun unser Möglichstes, um eben dabei zu unterstützen dass das Kind gut aufgehoben ist in der Kita und Teil haben kann.
00:31:08: Und das machen wir so und so aus unserer Rahmen.
00:31:10: Wir brauchen daher auch oder wir wollen... Das ist unser Ziel.
00:31:14: Wir wollen ein Vertrauensverhältnis aufbauen hier mit allen sodass sie sich jederzeit an uns wenden können.
00:31:21: wenn ich da jetzt eine Eltern vor mir sehe gerade Das schwebt mir gerade noch vor Augen, also das so ein bisschen vorwegzunehmen.
00:31:29: Dass aus Scham nicht gesprochen werden darf weil es nochmal Armut gibt
00:31:34: und wie wir gleich zu Beginn diesen Rahmspannen umzusagen ist was und sprecht uns an.
00:31:42: Wir sind in Kontakt.
00:31:43: genau Ich bin gerade an mir bezögern, ob ich meine Abschlussfrage schon stelle oder ob ich sie noch
00:31:53: einmal
00:31:53: fragen darf.
00:31:53: Sie hatten Eingangs noch von dem Projekt vom Sozialraumprojekt und von dem aus Brandenburg.
00:31:58: Ob es da noch etwas gibt was vielleicht spannend sein könnte bevor ich zu meiner Abschlussfrage übergehe?
00:32:03: Ich versuch mal ein paar Punkte rauszugreifen.
00:32:07: also In dem Forschungskontext, in dem ich mich bewege ist es so dass die Einrichtungen einer zusätzlichen Fachkraft haben.
00:32:15: Die eben insbesondere für die Begleitung Unterstützung von Familien da ist.
00:32:20: also gibt eine zusätzliche Ressource und das finde ich schon mal ein äußerst wichtigen Punkt um das zu sehen.
00:32:25: und diese Person Die ist einerseits Teil des Teams, nimmt auch an Team-Sitzung teil und so weiter.
00:32:33: Gleichzeitig hat die eine große Autonomie in der Gestaltung ihrer Arbeit also die es flexibel darin Angebote zu machen für Familien beispielsweise nicht in sozusagen das pädagogische Regelangebot eingebunden hat da keine Verpflichtungen und kann zum Beispiel dadurch eben auch sagen wenn Eltern ein Anliegen haben zu bringen Zeit in die Kita kommen und sagen, oh hier ist das eingeflattert.
00:33:01: Ein Brief vom Amt zum Beispiel kannst du mir helfen?
00:33:05: Und die hat dann in der Regel auch die Zeit zum Beispiel so ganz niedrigschwellig und direkt zu helfen.
00:33:11: Das geht natürlich nicht immer aber, ne?
00:33:13: So von Grundprinzip her schon diese Fachkräfte haben großes Wissen zum Beispiel bei der Beantragung von Unterstützungsleistungen für Familien finanzielle Unterstützung die es da gibt, also beispielsweise Bildung und Teilhabe wie das läuft.
00:33:30: Oder auch dabei oder in der Hinsicht zum Beispiel, wenn Bedarfe der frühe Förderung vorhanden sind dazu unterstützen, Eltern zu begleiten oder Brücken zu schlagen, in der hinsicht z.B.
00:33:46: eben auch ganz wichtig Kooperation aufzubauen mit den ganz unterschiedlichen Instanzen, die Kinder- und Familien unterstützen können?
00:33:55: und ein bisschen durch den Verwaltungsdschungel zu begleiten.
00:33:59: Das ist wirklich eine Kernaktivität, bei solchen Dingen zu unterstützen ist bestehender einfach strukturelle Hürden.
00:34:05: das zeigen auch alle möglichen Studien immer wieder und da setzen die an und da können sie wirksam werden.
00:34:11: Das finde ich beeindruckend und gleichzeitig finde ich in diesem Ansatz auch so dass die eben nicht nur... Ich sage jetzt mal die Eltern, die Bezugspersonen und Erziehungsberechtigten im Blick haben.
00:34:22: Sondern auch die Kinder machen zum Beispiel solche Dokumentationen von denen ich gesprochen habe für einzelne Kinder oder auch in Kindergruppen.
00:34:31: Und schauen dann auch wie müssen wir unseren pädagogisches Angebot vielleicht weiterentwickeln um allen Kindern hier gerecht zu werden?
00:34:38: Also da sind sie ganz eng in Kontakt mit dem Team.
00:34:41: Da bleibt es denn nicht nur auf so einer formalen Ebene, sag' ich mal sondern das geht ins Kerngeschäft auch rein.
00:34:48: Also da würde es dann oder das habe ich auch schon mitbekommen, da geht's denn beispielsweise auch darum wie wird eigentlich über arme Familien und Kinder gesprochen so was wie das kommt jetzt aus einer anderen Forschung ist.
00:35:00: leider wird das auch beobachtet einem Kind zu sagen du stinkst vor versammelter Gruppe
00:35:06: Das ist natürlich ja
00:35:07: klar.
00:35:07: Genau, und das passiert aber.
00:35:09: Und das hat Hintergründer, verschiedene.
00:35:12: Das kann auch eine Art von Coping-Mechanismus sein mit Belastung umzugehen bei den Fachkräften.
00:35:18: Und genauso was im Blick zu haben.
00:35:19: die beobachten eben auch den Alltag mit ganz auf einer Basis von wirklich vertrauensvollen Beziehungen auch im Team und können auch sowas aufmerksam machen und dass dann wieder in die Reflexion sozusagen nehmen im Team.
00:35:32: Und eine
00:35:33: große Entlastung für Fachkräfte, weil ich wollte vorhin schon beinahe fragen.
00:35:37: Ja und wäre es nicht gut wenn Fachkräften natürlich ja klar, wenn wir jetzt auch noch so ich sage mal den ganzen Beamten, Dschungel und Papierkram erledigen müssen?
00:35:44: Das geht natürlich also das ist einfach zu viel
00:35:49: und
00:35:49: dieses Projekt findet jetzt in wie vielen Kitas?
00:35:52: Also wie ist es gerade?
00:35:55: Ich habe jetzt für Brandenburg die genaue Zahl im Kopf aber ich bin unterwegs gerade in einem Zusammenhang von neuen Einrichtungen
00:36:03: Und die diesbezüglich evaluiert werden und geschaut wird wie?
00:36:07: Ja, also die Evaluation.
00:36:09: Das ist ein Programm das in Brandenburg umgesetzt wird.
00:36:12: Das läuft an anderer Stelle.
00:36:13: ich bin tatsächlich als Begleitung dabei und mache kleine Untersuchungen auch wo die Ergebnisse zurückgespielt werden.
00:36:21: Das würde jetzt nicht im engeren Evaluation nennen aber wir dann eben auch gemeinsam ins Gespräch gehen und schauen was ja woran können wir vielleicht noch arbeiten hier auch als verbund zu sagen.
00:36:34: Woran können wir arbeiten und vielleicht auch festhalten, dass solche Unterstützung in den Einrichtungen einfach
00:36:39: durchsetzen?
00:36:40: Ganz
00:36:40: wichtiger
00:36:41: Punkt!
00:36:41: Wir merken nicht mal kurz sondern wir merken ah ja deswegen halt die Fragen zur Evaluation misst.
00:36:46: das ist was das braucht.
00:36:47: es sind bestimmten Bereichen an anderen wieder nicht.
00:36:50: Ja, genau.
00:36:51: Und in die Richtung geht denn auch das was ich tatsächlich da Forschungstechnisch mache, genau das rauszufiltern?
00:36:56: Was ist es eigentlich wo die Wirken, die Fachkräfte und warum ist das dann auch notwendig wenn nicht gerade in den Sozialräumen, denen sie ansässig sind?
00:37:06: ganz klar und da gibt's auch mittlerweile in Deutschland glaube ich vermehrt Forschungsanstrengungen zu genau das herauszufinden.
00:37:13: Da gibts noch so ein paar Baustellen würde ich sagen gerade die Elternperspektive noch stärker an dem Blick zu nehmen weil mich auch so ein Maßstab ist.
00:37:20: Inwiefern ist eigentlich das, was wir tun unterstützend für die Eltern?
00:37:25: Für Kinder also Familien mit denen wir arbeiten und da braucht noch weitere Erkenntnisse aber da sind eben auch verschiedene Personen dran dazu zu forschen.
00:37:37: Wahnsinn!
00:37:37: Dankeschön.
00:37:38: Ja, jetzt kann ich durch.
00:37:40: Aber man denke, das hätte mir sonst noch gefehlt, weil ich da sehr neugierig gewesen bin.
00:37:44: Das ist natürlich total spannend und vielleicht hören wir davon auch weiterhin etwas wie sich das entwickelt.
00:37:50: Abschließend genau – ich habe schon angekündigt – stelle ich immer nochmal so eine Frage, wenn wir uns vorstellen der Podcast, der liefert jetzt so eine Quintessenz für sie, was ihnen besonders wichtig ist?
00:38:01: Was ist aus ihrer Sicht entscheidend für eine wirklich... Armutsbewusste pädagogische Praxis.
00:38:07: Ist das so ein Leitgedanken von Ihnen?
00:38:09: Vielleicht doch zwei, aber...
00:38:10: Ich finde es tatsächlich eine herausfordernde Frage!
00:38:14: Ich kann die aber absolut nachvollziehen.
00:38:17: Letztlich geht's bei einer armutsbewussten Haltung und Praxis tatsächlich um Wissen, Vereinbarung darüber wie wir sprechen und handeln wollen und um Partizipation eben auch den Einbezug von Eltern und Kindern in die Gestaltung des Alltags.
00:38:32: Und das ist ein Weg dahin zu kommen und wieder aussehen soll, der ist auch nicht festgeschrieben.
00:38:37: Da gilt es auch darum die eigene Lage genau anzugucken.
00:38:41: was passt denn eigentlich für uns?
00:38:42: Was ist unser gemeinsamer Weg?
00:38:46: Dieser Weg ist mit Anstrengungen verbunden aber es ist jetzt auch sozusagen nichts noch mal was völlig Neues ist.
00:38:52: also viele Einrichtung arbeiten ja schon daran und haben ganz tolle Ansätze und Lösungswege auch für sich gefunden Genau.
00:38:59: Und ich würde eigentlich Kindertageseinrichtungen darin bestärken, sich auf diesen Weg zu machen und auch mutig zu sein, sich mit den eigenen Bildern auseinanderzusetzen, mit den eigenen Praktiken – das ist anstrengend!
00:39:11: Aber ich denke es lohnt sich wenn's eben um das Wohl von Kindern, von Familien insgesamt geht.
00:39:17: Und so dieser ganze Kontext wir haben damit angefangen dass sie gesagt haben Armut macht was mit mir weil wir sind in Kindertageseinrichtung mit Symptomen sozusagen der gesellschaftlichen Verhältnisse auch konfrontiert.
00:39:28: Und wir können nicht sagen, naja da kann man nichts machen muss ja handeln.
00:39:33: das ist einfach so.
00:39:34: es gibt den Auftrag auch Teilhabe zu ermöglichen.
00:39:37: gleichwohl kann Pädagogik ja auch Politik nicht ersetzen.
00:39:40: Das ist auch wichtig sich über diese Grenzen auseinanderzusetzen und sich nicht Mit einem Idealismus zu überfordern sondern da auch zu sagen okay dass können wir machen und das können wir nicht machen genau das dann vielleicht eben auch zu adressieren, Anträge, Interessenvertretungen und so weiter.
00:39:58: Und ich finde da nochmal zu einer armutsbewussten Haltung und Praxis gehört genau das Bewusstsein darüber.
00:40:04: Armut gibt es und es gibt eben auch Grenzen darauf auf die Folgen zu reagieren.
00:40:09: in der Praxis.
00:40:10: aber Der Appell ist vielleicht sich eben auch zu verbünden mit anderen Einrichtungen, mit Eltern und so weiter.
00:40:18: Um eben auch aufzuzeigen was das eigentlich bedeutet für Kinder- und Familien, auch für die Einrichtung dass es Armut gibt und was ich verändern müsste
00:40:25: Tiefes Durchatmen, vielen Dank.
00:40:28: Tanja Salem, sehr vielen Dank für dieses Gespräch!
00:40:31: Ich gehe gerade raus mit diesem Satz.
00:40:32: Pädagogik kann Politik nicht ersetzen und gleichzeitig schauen wir wie wir Handlungssicher bleiben und wo wir wirken können um eben der Fels in der Brandung sein zu können für die Familien- und Kinder und uns nichts zu überfordern.
00:40:48: Vielen Dank Anzi!
00:40:49: Ich danke Ihnen ganz herzlichen Dank
00:40:51: Und allen Hörern und Hörerinnen auch herzlichen Dank fürs Zuhören.
00:40:55: Wir freuen uns, wenn ihr wieder das nächste Mal dabei seid, wenn es heißt auf die ersten Jahre kommt es an!