Frühkindliche Bildung
00:00:03: Erwachsene müssen sich bewusst sein, dass sie Lehrende sind.
00:00:07: Dass sie immer ein Vorbild sind.
00:00:09: Wir sind im Grunde immer Lehrenden aber wir sollen nicht agieren wie Lehrend.
00:00:14: Also wir sollen nichts sagen.
00:00:15: ich zeige dir wie die Welt ist oder ich sage dich jetzt wie die welt ist sondern Ich bin in der situation das ich mit dir die welt erkunden kann.
00:00:25: Hallo und willkommen zu einer neuen Ausgabe von Auf die ersten Jahre kommt es an, dem Podcast von Schröbeln & Nifpe für pädagogische
00:00:33: Fachkräfte.
00:00:34: Ich bin Katrin Hohmann und intervio monatlich Expertinnen und Experten zur vielfältigen Themen der frühkindlichen Bildung und Entwicklung immer wissenschaftlich fundiert und zugleich
00:00:45: nah an der Praxis.
00:00:49: Kinder lernen von Beginn an in Beziehungen durch Interaktion mit ihrer Umwelt.
00:00:54: Doch genau was macht denn diese Interaktion lernförderlich?
00:00:58: Es gibt einige Forschung zur Interaktionsqualität und die zeigen, dass bestimmte Formen der Kommunikation Kinder besonders wirksam in ihrer kognitiven Entwicklung unterstützen können.
00:01:08: Und genau darüber möchten wir heute in dieser Folge sprechen.
00:01:11: Wir möchten wissen, was macht kognitiv anregende Dialoge aus?
00:01:14: Welche Bedeutung hat Interaktionsqualität für Bildungsprozesse und wie können Fachkräfte solche Gespräche im pädagogischen Alltag ganz bewusst gestalten?
00:01:24: Ich freue mich total, dass wir heute Dr.
00:01:27: Karoline Lose bei uns im Gespräch haben!
00:01:30: Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Empirischen Kindheitsforschung und Lehrende im Masterstudiengang frühkindliche Bildungsforschung.
00:01:40: In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Entwicklung zeitlicher Konzepte in der Kindheit sowie mit dem Einfluss sozialer Interaktion auf kindliche Lernprozesse.
00:01:50: Ich freue mich total, dass du da bist!
00:01:51: Herzlich willkommen, Karolina!
00:01:53: Ja vielen Dank.
00:01:54: ich freue mich auch.
00:01:55: Ich würde total gerne einsteigen.
00:01:57: Das mache ich meistens so mit großen Worten, um uns die erst mal zu entschlüsseln und uns darauf eine Verständnislage zu bringen.
00:02:04: Ich habe gerade schon in der Einleitung Interaktionsqualität angesprochen.
00:02:08: Es ist ein großes Thema an der Pädagogik – ja, mit deinen Worten was genau verstehen wir darunter?
00:02:14: Ja
00:02:14: tatsächlich!
00:02:15: Ist das gar nicht so leicht zu fassen.
00:02:17: also ... Interaktionskwalität wird manchmal sogar synonym verwendet mit pädagogischer Qualität.
00:02:23: Das gibt es auch.
00:02:24: Letztlich ist es anzusiedeln alles im Bereich der Prozessqualität von Kindertageseinrichtungen.
00:02:29: Das ist vielleicht vielen bekannt, das wird in Abgrenzung von der Strukturqualität definiert und Es geht also um Prozesse und Interaktion nicht, um Strukturen wie Fachkraft-Kindschlüssel und dergleichen.
00:02:40: Das kann man schon mal feststellen.
00:02:42: Und danach muss man eigentlich sagen, es geht um soziale Interaktionen im weitesten Sinne.
00:02:47: Also Erfahrungen die das Kind mit anderen Kindern in der Einrichtung macht oder wo auch immer Erwachsenen oder erwachsenen Bezugsperson macht, aber auch Erfahrungen die Kinder mit Materialien oder der Umgebung in der Einrichtung macht.
00:03:00: Auch das gehört dazu zur Interaktionsqualität.
00:03:03: Charakteristisch sind dann für pädagogische Interaktionen wenn wir uns da schon mal ein bisschen eingerenzen wollen.
00:03:09: gerne so drei Dimensionen und rein Qualitätsdimension werden eigentlich immer unterschiedend und in der Forschung auch untersucht und berichtet.
00:03:18: die klassische emotionale Unterstützung.
00:03:20: Dazu gehört sowas wie Responsivität, Einführungsvermögen für Einfälligkeit, Ansprechbarkeit aber auch der Fachkräfte für Kinder.
00:03:28: Dann haben wir so etwas wie Organisation des Alltags in der Einrichtung.
00:03:31: Dazu gehört die Gruppenführung, auch das Management von Verhaltenen der Individuen in einer Gruppe aber auch Lernangebote organisieren oder Übergänge, wie die gestaltet werden.
00:03:41: Das ist alles in diesem Bereich, Organisation des alltags.
00:03:44: und dann gibt es die dritte Dimension, die mich in meiner Forschung am meisten umtreibt nämlich die Anregungsqualität wird auch manchmal Lernunterstützung genannt.
00:03:51: und da geht es eben um sowas wie kognitiver Anregungen, sowas wir anhaltende Dialogegespräche führen Die dann zum Nachdenken, Weiterdenken und zum Lernen im weitesten Sinne zum Reflektieren oder zum Evaluieren die Kinder anregen.
00:04:05: Dann sind wir eigentlich schon ziemlich direkt in dem Bereich kognitive Anregung pädagogischer Inpädagogischen Interaktionen.
00:04:12: Lass uns da direkt reingehen, du hast gerade schon Stichwort anregende Dialoge genannt.
00:04:18: Ich habe mich jetzt auch im Vorbereitung zum Podcast ein bisschen eingelesen und ich kann mir vorstellen wenn uns heute die Hörer und Hörerin zuhören dass es da auch vielleicht so ein paar Lampen leuchten das man sich dann auch wieder ein bisschen mehr beobachte und denkt oh Gott wie spreche ich oder auch ja wie sprechere ich?
00:04:33: Vielleicht ist es auch bestärken wenn wir unsere Gespräche beobachten Anregende Dialoge, vielleicht so vorab für dich.
00:04:40: Was macht ein gutes Gespräch für dich aus zwischen Fachkraft und Kinder?
00:04:47: Bleiben wir genau in diesem Bereich!
00:04:48: Für mich ist es sowieso ein bisschen schwierig, weil ich ja immer eigentlich so standardisierte systematische Beobachtungen in meiner Forschung durchführe.
00:04:55: Aber in der Alltagsbeobachtung meinst du also wirklich wenn man eine Situation sieht dann ist ein ziemlich zuverlässiges Maß eigentlich die aktive Beteiligung aller Kinder in der Situation.
00:05:08: Es sind natürlich sehr unterschiedlich, in welcher Form sich Kinder aktiv beteiligen wollen.
00:05:11: aber wenn man sieht dass die erwachsene Person die Kinder jeweils an ihrem Beitrag unterstützt also dazu überhaupt befähigt ein Beitrag zu leisten das die Kinder gehört werden in ihren vielleicht zurückhaltung oder widersprüchen oder Befürchtungen was auch immer sein kann oder in ihren Bedürfnissen im weitesten Sinne und die Erwachsenen die Ideen der Kinder oder die Beiträge der Kinder dann aufgreifen, um sich daran zu orientieren.
00:05:37: Und dann ist schon viel getan.
00:05:39: Manchmal sieht man es auch bei so Konflikten, die manchmal unterschwellig nur am Rande fast gar nicht gesehen werden.
00:05:44: Wenn sowas dann aufgegriffen wird und wirklich aktiv dazu angeregt wird das auszutragen bzw.
00:05:50: eben dann moderierend unterstützt wird diesen Konflikt als Lerngelegenheit wahrzunehmen solche Dinge Das sieht man dann schon ziemlich deutlich und auf den ersten Blick.
00:05:59: Und vielleicht jetzt die Gegenfrage.
00:06:01: Jetzt gehen wir noch mal an so Bilder rein und du hast ja jetzt eine Kita-Situation vor dir, wo würdest du eher denken?
00:06:06: Was wären so Dialoge oder Interaktionsmomente, wo du denkst, hier sind jetzt vielleicht gerade schöne Momente verpasst worden, verschenkt worden oder nicht gesehen worden.
00:06:16: Also am häufigsten sehe ich das in Einrichtungen, wenn die Fachkräfte mit dem Thema einfach gerade selbst völlig beschäftigt sind.
00:06:22: Wenn sie da drinstecken und dann nicht sehen natürlich dass Kinder dazu Fragen haben eigene Impulse geben und man das aufgreifen könnte und dann muss man aber den eigenen Plan ein Stück weit loslassen.
00:06:32: Das sind natürlich so Faktoren wie Stressdruck aber auch persönliche Prioritäten die gesetzt werden.
00:06:38: Ich muss das jetzt fertig machen solche Dinge muss dann etwas fertig werden.
00:06:42: Das ist ja auch eine Frage, die man sich dann manchmal stellen kann.
00:06:44: in solchen Situationen sehe ich das eher häufig.
00:06:46: aber vielleicht kann ich noch ein Beispiel bringen aus dem von einem Fachtag wo wir ein Video gezeigt haben ganz alltägliche Interaktionssituation von einem Fachpublikum.
00:06:57: In dem Video waren Kinder zu sehen, die gemeinsam mit einer Erzieherin eine Schnecke beobachten und die da über einen Blatt Schneckt.
00:07:04: Und so ein Schleimspur hinterlässt.
00:07:08: Da wird eben darüber diskutiert in diesem kurzen Video.
00:07:11: Wir haben einfach im Publikum gefragt, war das jetzt gut oder nicht?
00:07:15: War es eine gute Interaktion oder
00:07:16: nicht?!
00:07:17: Und das Spannende ist eben, dass man sieht, dass die Meinungen sehr weit auseinandergehen.
00:07:21: Wenn man das im Detail betrachtet.
00:07:23: Was genau hätte sie jetzt sagen können?
00:07:26: Hat sie dann hier nicht richtig das?
00:07:28: oder hätte man nicht auch übrigens das Kind was da am Rande das hätte doch hätte könnte und so weiter... Die Alltagssituation in der Pädagogischen Praxis muss man sagen, sind wirklich vielfältig und es sind vor allem komplexe Interaktionen.
00:07:43: Also wenn man sich dann immer das Ping-Pong von unterschiedlichen Stimmen und Meinungen und Beiträgen anschaut, dann ist es insgesamt eine sehr komplexen Situation die man sehr unterschiedlich bewerten kann.
00:07:55: Und das macht so ein bisschen ... Fanden wir, stellt so eine Herausforderung häufig an Fachkräfte wo sie dann auch sagen wie soll ich denn jetzt hier gerade mal eben perfekt das machen?
00:08:07: Gerade mal eben perfekt ist eben etwas, dass wird sowieso nicht funktionieren und man muss es einfach würdigen.
00:08:13: Die Vielfalt der Interaktion der Situationen und der Kontexte in denen dann gehandelt sprachlich in der Regel aber auch anders gehandelt wird und man kann immer nur ein bisschen unterscheiden wenn man ein bisschen Handwerkszeug dabei hat was könnte ich jetzt machen um was mache ich jetzt konkret?
00:08:28: dann kann man's auch reflektieren und vielleicht darauf eingehen wie ich eben meinte muss sich den Dinge wirklich fertig machen?
00:08:34: oder kann ich das jetzt so eine Lerngelegenheit für die Kinder machen?
00:08:37: Total
00:08:38: spannend, wenn man sich schon vorstellt nach einem einfachen Anführungsstrichen.
00:08:41: Sich die Zeit zu nehmen, so ne Schneckenspur sich anzuschauen ist doch schon mal total viel wert.
00:08:48: und klar wir werden im Nachhinein Situation beobachten.
00:08:50: dann finden wir immer noch ganz viele weitere Zusätze.
00:08:53: Das macht ja das Schöne auch oder das Besondere auch die Videobeobachtung aus.
00:08:57: Wir wissen auch dass die kind initiierte Interaktion des Gerüstepotenzials für Lerngelegenheiten.
00:09:04: Wenn Kognitive oder Widersprüche einfach deutlich werden, wenn Kinder sich wundern über etwas oder Fragen stellen dann sind sie wirklich bereit zum lernen.
00:09:12: und wenn man dann in die Interaktion geht und nicht einfach sagt keine Zeit jetzt machen wir später oder ist halt so sondern nachfragt und nachhakt hat das ein großes Potenzial tatsächlich für die Kinder.
00:09:24: Da sind die Fenster geöffnet und das Volumen finden groß.
00:09:28: Wenn wir die Begriffe Interaktion und Instruktion hören, was ist da für dich ein großer Unterschied?
00:09:36: Und vielleicht hast du auch noch ein kleines Beispiel.
00:09:39: Interaktionsinstruktion.
00:09:42: Angrundsätzlich muss man sagen dass auch Instruktionen eine Form von Interaktionen sind.
00:09:47: Also, es gehört alles zum Thema Interaktion.
00:09:50: Und jetzt kann man nur schauen, welche Form von Interaktionen haben wir?
00:09:53: Und kognitive Anregung steht denn stückweit oder wird häufig und wir benutzen uns auch in unserer Forschung als Widerspruch zur Instruktion.
00:10:00: Das hat Gründe ... die sprechen wir nach.
00:10:04: drüber denke ich.
00:10:05: Aber grundsätzlich sind das alles Interaktionsstile, die ihre Berechtigung haben.
00:10:09: Man braucht manchmal so etwas wie eine klare Instruktion.
00:10:14: Das wissen wir alle, um Situationen zu klären oder zu lösen.
00:10:19: Wenn man kognitiv anregende Interaktion kontrastiert gegenüberstellt, wäre ein einfaches Beispiel eine Instruktion ... Man stellt sich, wir können uns vorstellen vielleicht in einem Spielzeugtag oder was.
00:10:32: Haben Kinder ein Auto dabei, einen Ferngesteuertes und spielen damit?
00:10:36: Und auf einmal heißt es und das wird um Hilfe gerufen.
00:10:39: Das Auto ist kaputt!
00:10:40: Nur eine Instruktion oder ein instruktiver Interaktionsstil wäre ich hier.
00:10:44: Vielleicht guckt die Fachkraft, schaut kurz an und sagt... Das ist nicht kaputt du musst es nur wieder aufladen.
00:10:49: Das Kabel ist da in der Tasche.
00:10:50: kannst du holen oder hole sie mal dann können wir's wieder auf laden.
00:10:53: Oh das wäre... Hilfreich, informativ.
00:10:56: Das Problem wird gelöst oder auch so was wie... Aber wenn es nicht fährt dann musst du den Schalter da umlegen.
00:11:01: das ist anders vielleicht gar nicht an.
00:11:03: also klare Instruktion legt den Schalter um.
00:11:05: instruktion dient also der informationsvermittlung.
00:11:08: so was muss man tun und also auch klare handlungsanweisung dann um eine problemlösung herbeizuführen.
00:11:15: das ist manchmal hilfreich für die Kinder und manchmal hilfreich auch für die Erwachsenen weil dann diese Sache einfach schnell geklärt ist und dann geht es weiter.
00:11:22: Wir wissen auch, dass diese direkten Anweisungen und Instruktionen oder Informationsvermittlungen im Kita-Alltag so die Regelmodelle der Interaktion darstellen.
00:11:30: Also diese Art von Kommunikation finden wir wenn wir alle Interaktionen am Tag uns anschauen – am häufigsten!
00:11:38: Und dann werden sie abgewechselt mit keiner.
00:11:41: Kommunikation, also das haben wir nun auch häufig.
00:11:44: Dass nur einzelne Kinder dann angesprochen sind.
00:11:46: Also jedes Kind hat so die einzelnen Interaktionsmomente in der Kita und wir kennen nicht die ganze Zeit jedes Kind in eine Interaktion einbinden.
00:11:54: Deswegen für viele Kinder sieht der Alltag so aus dass wenn Interaktionen stattfinden sie dann instruktiv oder es finden eben keine Stadt weil das Kind für sich spielt Und das ist zu bedauert.
00:12:05: Das ist tatsächlich schade, denn derselbe Dialog oder dass die selbe Situation verstanden als Möglichkeit zur kognitiven Anregung wäre dann also das man in den Denkprozess oder das Problem erstmal eingrenzt und ein Denk-Prozess verdeutlicht?
00:12:17: Man kann zum Beispiel erst mal Begründungen suchen und die Ursachen abklären und solche Dinge.
00:12:21: Wenn die Kinder sagen, das Auto ist kaputt, dann frage ich natürlich erst einmal wie es kaputt du meinst.
00:12:25: das fährt nicht mehr.
00:12:26: oder ist es wirklich kaputt?
00:12:29: Kann man schon mal nachdenken?
00:12:30: vielleicht ist es ausgeschaltet.
00:12:31: Ich schau mal nach dem Schalter an.
00:12:34: Vielleicht ist die Batterie leer, was meinst du?
00:12:36: Oder wenn die Batteria leer ist brauchen wir dann eine neue?
00:12:40: oder hat es ein Akku, wisst ihr ob das so einen Kabel hat?
00:12:42: Also das ist eigentlich das wie wir eigentlich Probleme angehen analytisch.
00:12:47: Wir gucken wo liegt das Problem eigentlich, die Ursache und das kann man natürlich auch nicht sprachlich machen indem man hingeht, wenn die Kinder rufen, dass Auto ist kaputt.
00:12:56: Erstmal gucken und schalten da unsere Batterien und Kabel.
00:12:59: Ah müssen wir aufladen!
00:13:01: Das kann man machen, aber man kann es auch zu einer Lerngelegenheit für die Kinder machen indem man das alles versprachlicht.
00:13:06: Und tatsächlich dass die Kinder einbindet sprachlich in diesen Abklärungsprozess weil sie dadurch so viel lernen hatte das dann eigentlich im Unfall nicht stimmt ja und das befähigt die Kinder selbst dann später dazu solche Probleme selbstständig zu lösen.
00:13:20: wenn wir sie so aktiv einbinden wird doch deutlich dass das aufwendiger ist.
00:13:25: also jetzt sprach mich viel aufwändiger was ich da gesagt habe beim kognitiv anregenden Dialog.
00:13:31: Das kostet natürlich.
00:13:32: Wenn man meinen Gesicht jetzt die letzten zwei Minuten hätte sehen können, das war wirklich sehr betroffen auch gerade an der Stelle als du gesagt hast, dass Instruktionen wirklich die häufigste Ansprache im Kita-Alltag sind wenn man sich das anschaut.
00:13:42: also das ging vielleicht grad so ein bisschen unter.
00:13:45: und ja Herausforderung der Zeit natürlich und gleichzeitig reden wir sehr viel über Sprache über den Rückgang oder auch... Grad, ich sag mal mit einem defizitären Blick.
00:13:57: schauen wir drauf was die Kinder gerade scheinbar nicht mehr können wenn sie die Schule also grad in den Schulbeginn passieren.
00:14:05: und ich fand grade die zwei Szenarien die du geöffnet hast so unfassbar anschaulich wie verschieden es sein kann.
00:14:12: Die gleiche Situation oder so gelöst und angegangen und vielleicht klappt's auch nicht immer.
00:14:17: und gleichzeitig liegt darin scheinmal eine ganz große Kraft immer häufiger eben diesen einen Weg zu wählen.
00:14:24: Also zu den Ergebnissen dazu, dass das häufig ist in der Kita.
00:14:28: Ich hatte am Anfang die Dimensionen noch erwähnt, emotionale Unterstützung, Organisation des Kita-Haltags und eben kognitive Anregung.
00:14:36: immer wieder in Studien, die das untersuchen in Kitas schneiden – die ersten beiden Bereiche sehr gut in deutschen Kitas ab.
00:14:42: Da sind wir echt gut!
00:14:43: Wir können die Kinder gut emotional auffangen unterstützen und die Fähigkeiten in diesem Bereich auch entwickeln dann.
00:14:49: Und die Organisation läuft auch gut, die Kitas funktionieren, es ist kein... die Kinder wissen, was zu tun ist haben ihre Routinen und fühlen sich dann entsprechend wohl.
00:14:58: Aber in der kognitiven Anregung schneiden wir vergleichsweise wirklich schlecht ab leider und da gibt es einfach Nachholbedarf.
00:15:05: also manche Einrichtungen besser andere schlechter.
00:15:07: die Variation ist hier sehr groß aber es gibt offenbar nachholbedarfe hat man halt erkannt und deswegen machen wir unter anderem auch diese Forschung dazu.
00:15:14: Was isst denn eigentlich Kognitive Anregungen?
00:15:17: Wie funktioniert das?
00:15:19: Das vielleicht auch einfach?
00:15:20: Also es gibt einfach zwei Theorien.
00:15:21: Das eine ist die Fachkräfte haben keine Zeit dafür, keine Gelegenheit andere Dinge stehen am Vordergrund deswegen wird das nicht praktiziert.
00:15:29: und die andere Möglichkeit ist eben die Fachkäfte wissen nicht wie's geht weil es nicht gelehrt wird in der Ausbildung.
00:15:34: es könnte auch sein und da sind wir aber mittlerweile doch dran und ich denke da werden wir einiges verändern können.
00:15:40: Ich bin da optimistisch wie du merkst.
00:15:42: Ja
00:15:43: ja ich freue mich und genau das hat ihr auch oder ist ja auch das Ziel des Podcasts für alle, die den hören.
00:15:48: Die möchten natürlich aus der Folge rausgehen und sagen ah jetzt habe ich wieder Ideen darauf kann nicht achten.
00:15:53: lass uns da direkt starten.
00:15:54: du hast gerade schon gesagt ne?
00:15:55: Du beschäftigst dich damit ganz viel.
00:15:57: für alle die vielleicht nochmal so kleine Impulse brauchen was können wir anders machen?
00:16:00: lasst uns da direkt reingehen.
00:16:02: vielleicht ist da auch genau... der große Bereich des Sustain-Shared Thinking, ein Bereich über den wir einsteigen können.
00:16:09: Sag du es mir!
00:16:10: Was ist das, was wir jetzt noch mitnehmen können in den nächsten Minuten um zu erfahren?
00:16:14: Wie könntest du gehen und woran habt ihr geforscht?
00:16:17: Was habt ihr rausgefunden?
00:16:18: Ich glaube da gibt's viel Spannendes zu erfahren.
00:16:21: Ja ich mag gerne wieder so dass man das Bereite fällt.
00:16:25: Das Sustain-shared
00:16:26: Thinking ist ein Ansatz zur Beschreibung von kognitiv anregenden Dialogen also wie die eigentlich zu verstehen sind.
00:16:33: Und es gibt andere, also vielen ist das Scaffolding bekannt, wo es auch neuere und ältere Ansätze zu geben.
00:16:39: Es gibt aber auch so entwicklungspsychologische Forschung, wo man einfach geschaut hat
00:16:42: z.B.,
00:16:42: wie Mütter eigentlich Säuglinge- und Kleinstkinder schon sprachlich anregen, die Sprachentwicklung anregt.
00:16:49: Das gehört auch zur kognitiven Entwicklung.
00:16:52: Dann sich die Dialoge zwischen oder auch die Monologe teilweise der Müttern angeschaut haben und all diese unterschiedlichen Ansätze, kommt eigentlich aus dem Englischsprachigen Bereich, da hat eine größere Studie zur Kita-Qualität.
00:17:06: Die haben einfach untersucht im Grundschulalter welche Erfolge die Kinder in der Grundschule hatten und inwieweit das zurückzuführen ist auf die Qualität der Kita, in der sie waren.
00:17:17: Also die haben das Fertst von hinten aufgezäumt ein Stück weit sagen können, die haben darüber dann geschaut was sind diesen Kitas wo die Kinder dann so erfolgreich an der Schule waren?
00:17:25: anders als in anderen Kitas.
00:17:27: und die sind dann eben auch auf diese Art von Dialogkultur gestoßen, die sie da in den Kitas gefunden haben.
00:17:33: Die dach herausgestochen sind und haben dann beschrieben was diese Dialoge eigentlich ausmacht, was das ist, was sie da gesehen haben, was so anders ist weil es wirklich nicht so einfach zu beschreiben.
00:17:43: und der erste Spannende Punkt dabei ist eigentlich, dass das keine Dialoge sind die in einem bestimmten Setting stattfinden müssen.
00:17:50: Das fragen immer viele Leute und sagen wenn man ein Lernangebot macht oder sowas da wird es stattfinden.
00:17:55: tatsächlich wenn man wenn man guckt in die Forschung wo man's findet dann ist es häufig bei solchen in der Angebotspädagogik zum Beispiel so wenn man denn ein bestimmtes Lern-Angebot hat und sich ganz explizit damit beschäftigt.
00:18:05: aber von der Theorie hier und was sie auch in England gefunden haben Es ist unabhängig davon ob man das in Essen Situationen macht oder beim Freispiel wenn man sich unterhält, solche Dinge.
00:18:15: Es geht darum, dass das können zwei Personen erwachsenen Kindinteraktionen der Klassiker oder auch mit mehreren Kindern genauso klassisch ... gemeinsam über ein Problem nachdenken oder eine Frage versuchen zu beantworten, oder einen Übaren vergangenes Ereignis und gemeinsames Reflektieren.
00:18:31: Darüber auch das Bewerten und darüber Nachdenken wie das lief.
00:18:34: Oder sie führen eine Zählung vor, da so ne Geschichte die Sie kennen und stell dir mal vor und denk doch mal!
00:18:39: Oder sie entwickeln einfach eine Idee gemeinsam weiter.
00:18:41: Wie könnte das hier sein?
00:18:43: Oder wie könnten wir das machen?
00:18:44: Auch solche Dinge All das gehört eigentlich in den Bereich kognitiv anregender Dialoge.
00:18:50: Und dann kann man halt schauen es gibt so Für die sprachliche Anregung aus dem Scaffolding kennen das viele Kindäußerungen, sollten korrektiv gespiegelt werden.
00:19:01: So dass die Sprache korrigiert wird und dann erweitert werden.
00:19:05: Ah du meinst das?
00:19:06: Dann könnte das ja!
00:19:08: Und in diesen Gedanken weiter verfolgen und entwickeln um den Kind eine Brücke zu bauen für die nächsten Gedanken.
00:19:14: Das ist so eigentlich die einfachste sprachlichere Variante wie man es macht.
00:19:18: und da gibt's ne ganze Palette von weitere Merkmalen zur kognitiven Anregung, wie man sie halt in der Sprache findet.
00:19:25: Die man in den unterschiedlichen Ansätzen eben beschrieben findet.
00:19:27: Sowohl beim Ska-Folding als auch beim Sustain-Chat-Thinking sowie auch beim gemeinsamen Dialog zwischen Müttern und Kindern und solche Dinge.
00:19:36: Und da auch einen kleinen Schlenker zum Dialogischen Vorlesen.
00:19:38: Auch dazu haben wir eine Folge aufgenommen wo man sich damit noch mal intensiver beschäftigen möchte, der kann gerne die Folge auch hören, die verlinke ich auch an den Shownotes.
00:19:52: Du hast
00:19:53: auch dazu.
00:20:04: Wir haben wirklich einzelne Merkmale rausgepickt, die beschrieben werden als Entwicklungs- oder Lernförderlich.
00:20:12: Einzelne Merkmalen in der Sprache der Erwachsenen auch nur da.
00:20:16: Also wir haben wirklich massiv eingegrenzt.
00:20:17: das ist ein Puzzleteil was wir haben aber man kann es eben einordnen.
00:20:21: also Eine Studie, die wir haben ... Das heißt wirklich das Wörtchen vielleicht.
00:20:26: Das Wörtchens vielleicht-Studier.
00:20:28: Wir haben dann nur vielleicht untersucht und warum haben wir das gemacht?
00:20:31: Es gibt einfach so ein paar Merkmale im Gespräch, wenn man sie verwendet oder erwachsenen Sie verwenden dazu führen dass der gesamte Dialog auf eine andere Ebene gehoben wird.
00:20:44: Das muss man als Grundlage hier sagen.
00:20:47: in diesem klassischen Teaching, instruktive Lehr-lernsituationen wie wir sie aus der Schule kennen gibt es ein ganz klares Dominanzgefälle zwischen einer wissenden Person und einer lernenden.
00:20:57: So eine Lehrende in einer lernen Person.
00:20:59: Und dieses Dominanzgefälle sehen, spiegelt echt das Wissensgefälle wieder.
00:21:04: Es ist aber nicht notwendigerweise ein Dominanzgefälle wenn wir einen Wissenzgefälle haben.
00:21:08: Das ist was wichtig ist nämlich kognitive Anregung funktioniert oder es wird überall immer wieder kommt dass auf Augenhöhe ausgetragen sozusagen wenn man Dialoge auf Augenhöhle führt.
00:21:19: Was heißt das nun also?
00:21:20: Kind und Erwachsene müssen gleichberechtigt sein in diesem Dialog.
00:21:25: Da sagen dann viele, ja ist ja nicht so.
00:21:27: Wenn ich doch weiß wie es ist, dann sind wir ja schon mal nicht gleichberichtigt.
00:21:32: und da setzen wir eben an.
00:21:33: häufig sagen die Dinge über die Welt und sagen das ist so und es ist gar nicht unbedingt so wenn wir uns zum Beispiel um bei deinem Beispiel dieser dialogischen Bilderbuch Betrachtung zu bleiben.
00:21:44: Es ist eine klassische Situation für kognitiv anregende Dialoge Und so haben wir jetzt auch untersucht übrigens in der Studie so Bilder sehen und dann Erklärungen liefern und dann guck mal da Das ist ja so und so.
00:21:55: Und dann muss man mal fragen, ist das eigentlich meine Überzeugung, die ich da äußere?
00:21:59: Ist das Wissen was ich da Äußere, ist es vielleicht nur eine Hypothese also eine Annahme von mir?
00:22:04: Und diese Wörtchen vielleicht... ist eben der Marker, wir nennen das epistemischer Marker für mein Ja!
00:22:11: Für die Sicherheit bei des Wissens.
00:22:13: Es gibt an dass es eine Hypothese ist.
00:22:15: In der Studie, die du angesprochen hast war's genauso.
00:22:16: Da war ein zum Beispiel abgebildet auf einem Bild Ein ganz normales Haus gezeichnet Aber mit einer winzig kleinen Tür Ganz klein.
00:22:24: Wir haben alle Bilder so konstruiert, dass da was Ungewöhnliches drin war.
00:22:28: Darüber man sich wundern kann.
00:22:30: Dann wäre das angeschaut mit den Kindern und dann hat er oft das Ungewönliche auch gezeigt um die Aufmerksamkeit zu lenken falls nicht eh schon geschehen.
00:22:38: Und haben immer eine einleitende Erklärung gegeben zum Beispiel Das ist eine Zwergentür.
00:22:45: Das ist die Instruktion oder instruktiv, das ist eine Zwergentür!
00:22:48: In der anderen Gruppe der Kinder haben wir dasselbe Bild gezeigt und haben gesagt vielleicht ist es eine Zweigentür.
00:22:54: Also wirklich superneutral ist das Experimentelleforschung.
00:22:58: Wir wollten es wirklich vergleichbar halten, wir wollten wissen ob es nur das Wort vielleicht ist?
00:23:03: Die Situation wäre gleich für die Kinder.
00:23:04: das Bildvergleich der ganze Satz war gleich im Grunde bis auf das Wort Vielleicht um zu gucken ob diese Hypothese die wird eröffnen.
00:23:13: und Unterschied für die kindermacht.
00:23:15: also dass meine ich mit wenn ich sage bestimmte sprachliche Merkmale erheben den Dialog auf eine ganz andere Ebene.
00:23:24: Das könnten wir mit dieser Studie zeigen.
00:23:26: Wir haben dann gefunden, dass die Kinder tatsächlich ... Wir haben das immer in der Studie abwechselnd gemacht und es eine bildet vielleicht und das andere als Instruktionen.
00:23:34: Bei den Bildern, die wir mit vielleicht eingeleitet hatten, haben die Kinder nachher mehr gesagt.
00:23:40: Sie hatten im Schnitt waren's sieben Komma irgendwas Worte mehr nach diesen Bildern.
00:23:45: Und sie haben vor allem, das war uns auch wichtig zu erforschen, eigene andere Hypothesen.
00:23:51: formuliert.
00:23:52: Das haben sie eben häufiger gemacht, wenn wir selbst eine Hypothese formuliert haben und es ist auch logisch ein Stück weit weil wir wissen dass Kinder effiziente Lerner sind und Sie nehmen gerne das Wissen von unseren Erwachsenen an oder unsere Erfahrungen auf – das macht uns als Menschen soziale Lerne nun mal aus!
00:24:08: Und wenn wir also unser Wissen als solches, als Faktenwissen formulieren, dann nehmen Sie das an und hinterfragen es nicht weiter.
00:24:14: Und überlegen auch nicht weiter!
00:24:16: Aber wenn wir sagen, Lass mal überlegen – Es gibt hier unterschiedliche Möglichkeiten?
00:24:21: Vielleicht ist es eine Zwergentür?
00:24:24: Ich hab's wirklich so gesagt in dieser Studie gar nicht, sondern ganz einfach... Dann kommen die Kinder auf einmal mit eigenen Ideen und denken das weiter.
00:24:32: Und sagen, ja stimmt!
00:24:34: Weil es ist bestimmt zu dem Film mit den sieben Zwergen weißt du?
00:24:37: Oder andere sagen, mmh und Katzen passen dann auch super durch also dass es im Grunde eine Katze und Zwergenschirr super praktisch.
00:24:44: Also da fallen den Kindern Dinge ein und diese Ideen, das ist das Wichtige.
00:24:49: Diese Ideen formulieren sie in Worten und können sich sprachlich äußern.
00:24:53: Das ist das Besondere hier, dass es die Lerngelegenheit.
00:24:56: Wir regen dadurch Kinder aktiv zur Sprachproduktion an und wir regen sie dazu an eigene Ideen und Gedanken zu entwickeln und diese kann man dann eben auch weiter evaluieren.
00:25:04: Das konnten wir in der Studie nicht, das war alles so experimentell, da musste man dann aufs nächste Bild danach, wir haben das nicht weiter kommentiert aber natürlich kann man das dann in der Praxis machen.
00:25:12: Interessant an der Studia ist auch, dass wir geschaut haben im zweiten Schritt was von diesen Bildern oder welche Hypothesen geben die Kinder weiter?
00:25:21: ist dann eigentlich eine D- oder eine Vermutung in der Praxis gewesen, wenn ich jetzt alles als Unsicher markiere.
00:25:27: Dass ich es gar nicht genau weiß.
00:25:29: führt das dazu, dass die Kinder mir nichts mehr glauben.
00:25:33: Also ist es so, dass ich unglaubwürdig werde.
00:25:35: und da konnten wir tatsächlich zeigen, dass sie eine neue Person gekommen ist, also die reinkam und gesagt hat, ich kenne dieses Buch noch gar nicht!
00:25:43: Kannst du mir mal die Bilder erzeugen?
00:25:44: Und dann haben wir die Bilder erklären lassen von den Kindern.
00:25:50: Fast ausschließlich, oder fast immer haben sie die Hypothese oder die Erklärung der Erwachsenen wiedergegeben.
00:25:57: Unabhängig davon in welcher Bedingungen Sie die gesehen hatten.
00:25:59: Aber die Wahrscheinlichkeit dass sie ihre eigenen Hypothesen wieder gegeben haben war größer wenn sie sie in der vielleicht Bedingung vorher gesehen haben also wenn wir vorher vielleicht gesagt haben Das heißt wir interpretieren dieses Ergebnis so das die Kinder diese Situation anders verstanden haben.
00:26:15: Hier gab es Raum.
00:26:16: in der Vielleicht Situation gibt es Raum für weitere Möglichkeiten.
00:26:21: Die kann man sich gemeinsam überlegen.
00:26:22: und genau so haben sie's dann auch wiedergegeben und haben dann der andere gesagt, ja da guck mal das Haus hat eine kleine Tür.
00:26:27: Das ist entweder für Zwerge oder für Katzen oder weil das aus diesen sieben Zwergen Buchweiß tut.
00:26:35: und das haben Sie eher gemacht wenn sie dazu vorher im Grunde durch das vielleicht eingeladen wurden, überhaupt die eigene Idee zu formulieren.
00:26:43: Also Sie sind dann für einen späteren Dialog besser vorbereitet und können Ihre eigenen Ideen als Argumente auch mit einbringen.
00:26:50: Das ist die wichtige Botschaft von diesem Zeitenschritt in der Studie gewesen.
00:26:54: Total spannend!
00:26:55: Und jetzt wieder so die Kraft der Worte also was dieses kleine Wort ausmachen kann?
00:27:01: Aber es ist ja nicht nur das Wortes beschreibt ihr auch die Haltung und das Interesse, was wir damit dem Kind gegenüber bringen.
00:27:07: Und ich musste gerade auch noch schmunzeln, weil wir vorhin bei dem Beispiel ja auch über Zeit gesprochen haben und an dieser Stelle brauchen wir nicht mehr Zeit.
00:27:16: Aber wir fördern was ganz anderes?
00:27:18: Hast du noch so eine spannende Erkenntnis aus einer Studie oder ich denke auch öfter drüber nach über diese ganzen großen Frageworte die wir nutzen wenn wir mit Kindern in Kontakt sind und bin da auch immer ein bisschen zwiegespalten wie gut ist es die W-Fragen zu benutzen?
00:27:33: oder gibt's noch eine andere Erkenntnisse?
00:27:35: oder auch dazu etwas wo du sagst Da könnten wir noch was mitgeben.
00:27:39: Ein Ergebnis, das wir in der Studie bekommen haben war ... Wenn man sagt eigentlich ist die gute Botschaft ja so ein einfaches Wort kann schon etwas bringen, nützt schon was?
00:27:49: Gleichzeitig würden wir auch sagen oder andererseits würden wir sagen Stereotypeverwendung bringt nichts.
00:27:54: Das habe ich in der Studie gesehen, wo wir Fachkräfte gebeten haben mit Kindern ein Objekt sich gemeinsam anzuschauen und das sprachlich zu packen.
00:28:01: Es war wie unser Museumsexponat unter Glas – man konnte es nicht ausprobieren!
00:28:06: Wir haben dann geschaut, wie interagieren Sie zur Erkundung dieses Objekts eigentlich sprachlos?
00:28:10: Und wir haben wirklich gefunden, dass Fachkräften die innerhalb des letzten Jahres eine Fortbildung zum Thema Sprachförderung hatten viel mehr von diesen als kognitiv anregend geltenden Merkmalen verwendet haben, als welche die deren Fortbildung länger zurückfahre oder keine hatten.
00:28:25: Das war ein spannendes Ergebnis.
00:28:28: Aber tatsächlich haben wir eben auch so was wie eine fast stereotype Verwendung gefunden also das Fachkräfte einfach immer Ah!
00:28:35: Was siehst du da?
00:28:36: Was ist das?
00:28:37: und ah!
00:28:39: Was meinst du?
00:28:40: Und warum ist es da?
00:28:42: Also hintereinander Weg-Wähfragen und das führt dazu dass die Kinder dass auch nicht mehr beantworten diese Fragen.
00:28:48: Das ist so stereotyp, dass die Funktion dieser sogenannten W-Fragen nämlich mein Genuines Interesse daran – ich möchte das wissen!
00:28:57: Ich frage mich, kannst du es mir beantwortet?
00:29:00: Warum ist das
00:29:01: so?!
00:29:01: Diese Frage so nicht mehr verstanden wird sondern wirklich nur noch als tatsächlich ein seltsames Merkmal von dieser Fachkräfte, die immer diese Fragen stellt.
00:29:10: Warum stellt ihr immer diese Fragen, könnt ihr ein Kind dagegen fragen?
00:29:13: Es muss schon eine eigene Motivation dahinterstehen.
00:29:17: auch wirklich die Antwort zu bekommen und die zu evaluieren.
00:29:20: Und dann mit einzubeziehen, an die Denkprozesse.
00:29:22: Dann ist es natürlicher Kontext.
00:29:25: Das ist eine Beobachtung, die wir im Grunde haben.
00:29:28: Wir sagen Stereotype bitte nicht!
00:29:30: An sich einzelne Worte sagen wir immer noch doch das konnten wir ja auch zeigen.
00:29:34: Das bringt schon was wenn sie dann angemessen sind in dem Kontext?
00:29:37: Und dann haben wir auch mit Fachkräften gesprochen am Umfeld, die dann sagten diese ganzen Dinge.
00:29:42: Also ich muss mich erklären, woher ich was weiß und warum ich weiß.
00:29:48: Ich muss alles begründen.
00:29:50: dann muss sich noch die geeigneten Fragen stellen.
00:29:52: das ist ganz schön viel auf einmal liebe Leute.
00:29:55: wenn das dann der die Situation ist die schaffen muss um kognitive Anregungen zu schaffen Und da haben wir so eine Studie etwas abgeleitet und gesagt, ist es denn eigentlich so?
00:30:05: Also muss das immer alles sein.
00:30:06: Der ganze Blumenstrauß, ja.
00:30:07: An kognitiv anregenden Merkmalen...
00:30:09: ...und das zwanzig Mal!
00:30:11: Also nicht nur für einen Kind sondern wir haben ja ein paar mehr,
00:30:13: ne?!
00:30:14: Am besten nimmt man sich gleich eine Gruppe vor.
00:30:17: Naja auf jeden Fall wird einfach immer alles und ich erkläre's ja auch so und sage, na das muss so dabei sein dass dieses würdigen, das Kind Interesse, das Aufgreifen all diese Dinge.
00:30:28: Ja gut aber Wir wissen das schon zu den epistemischen Markern, also dem Wort vielleicht.
00:30:34: Und ganz häufig und viele Befunde gibt es auch zu diesen W-Fragen.
00:30:37: Warum?
00:30:38: Dann haben wir eine Studie gemacht wo ich nenne sie immer die viel hilft viel Studie.
00:30:41: Ist es denn so?
00:30:42: Beides zusammen ist besser als nur eins?
00:30:45: Haben wir uns gefragt und haben diese selbe Studie also mit diesem Bild an Bildbetrachtung gemacht.
00:30:49: und der Unterschied war einfach dass die Fachkraft in der Einbedingungen gesagt hat wie leicht ist das eine Zwergenschür?
00:30:55: Was meinst du, warum die Tür so klein ist?
00:30:57: So war es genau.
00:30:58: Vielleicht das ist eine Zwergen-Tür.
00:30:59: Was meinest du?
00:31:00: Warum ist die Tür zu klein?
00:31:02: Und in der anderen Bedingung hat sie nur gesagt, da drauf gezeigt wie immer was meinst Du, warum ist die Türe so klein?
00:31:10: Man merkt geguckt muss noch die zusätzliche Hypothese sein dass dann das ist.
00:31:14: vielleicht braucht man diese Anregungen vielleicht, dass man dann auch eine Hypothese mit reingebt oder nicht.
00:31:19: und was wir da gefunden haben ist tatsächlich an dieser kombinierten Bedingungen viel drin steckt, die Kinder auch nachher mehr gesagt haben.
00:31:27: Also die Anzahl Worte war höher am Durchschnitt aber sie haben nicht mehr eigene Hypothesen gebildet.
00:31:31: So dass es nicht unbedingt stimmt muss man sagen mit dem viel hilft viel.
00:31:34: wenn ich sprachlich anregen möchte kann es sein das sich ein sprachliches Vorbild ja auch dadurch gebe, dass ich wochreich bin und dann kann meine Vorbildfunktion vielleicht draus ableiten.
00:31:45: aus dem Ergebnis auf die Hypothese der Kindern die eigenen Ideen bezogen muss man
00:31:51: Also es muss nicht so viel, aber ja was ich auch noch mal mitnehme gerade aus deinen Worten das Wissen regelmäßig aufzufrischen und sich darüber bewusst zu sein.
00:32:01: Was ich für eine Wirkung habe als pädagogische Fachkraft ist glaube ich nichts zu unterschätzen?
00:32:05: Ja
00:32:05: und das wird auch... Ich hab's vor kurzem in einem Interview gesehen auch mit einer Vertreterin die diesen Sustain-Chat Thinking Ansatz eingezogen hat.
00:32:14: Ihrem CRI zeigt er auch Erwachsene müssen sich bewusst sein dass sie Lehrende sind dass sie immer ein Vorbild sind.
00:32:23: Wir sind im Grunde immer Lehrende, aber wir sollen nicht agieren wie Lehrend.
00:32:28: Also ich zeige dir jetzt wie die Welt ist, sondern ich bin in der Situation, dass ich mit dir die Welt erkunden kann.
00:32:39: Und dieses Selbstverständnis als unterstützende, als Lehrendee, die aber nicht das Vorgibt, sondern selbst entdecken lässt Das ist halt wichtig.
00:32:48: Und es ist aber auch gleichzeitig schwierig, weil man sich auch sagt vieles weiß ich doch, aber auch und das ist doch total künstlich und auch nicht fair!
00:32:55: Wenn ich den Kindern dann irgendwelche Warum-Fragen stelle und sie das selbst entdecken lassen will – und das würden wir so genau unterschreiben – niemals wenn ich etwas selber weiss, dann gehe ich anders vor kognitiv anregen und sage Ich weiß dass es so ist denn ich habe das mal gelesen und deswegen würde ich jetzt das so und so machen als er sich selbst erklären und begründen Weil dann wissen die Kinder auch, woher diese Fakten kommen.
00:33:18: Es ist nicht so dass einer Wachsende der etwas sagt per Seefaktenwissen von sich gibt weil er eben nicht markiert das er etwas nicht weiß oder unsicher ist.
00:33:26: und sobald ich das nicht mache müsste ja ich müssten die Zuhörenden davon ausgehen dass das Faktonwissen ist was war wahr und echt und auch genügend ist.
00:33:36: Und das regt eben nicht dazu an, zu hinterfragen weiterzudenken und all diese Dinge.
00:33:40: Deswegen braucht es dann Selbstverständnis als.
00:33:43: ich muss mich schon auch erklären und ich muss auch begründen warum ich etwas meine oder denke.
00:33:48: Das erwarte ich von den Kindern auch und dann verstehen wir uns in der Regel auch besser.
00:33:52: Und dass vielleicht auch zwei Anführungsstrichen Wahrheiten nebeneinander stehen dürfen oder?
00:33:57: Also dass wir da offen bleiben dürfen zu sagen und du siehst die Welt gerade so!
00:34:02: Und das ist doch auch für dich grad der Weg.
00:34:04: Das wiederum ist ein wichtiges Entwicklungsziel, dass Kinder dieses Perspektivverständnis entwickeln.
00:34:12: Es gehört zum Perspektiverständnis dazu, dass die Welt für jemand Anderen auch etwas anders ist.
00:34:18: Unabhängig davon gibt es manche Dinge gelten für uns als Fakten und die kann man erst mal so hinstellen und sagen – es ist so!
00:34:25: Aber bei so einer Frage wie ...
00:34:28: Warum ist die Tür jetzt so klein?
00:34:30: Also ich meine, dass das ja wirklich was oder was sehr hypothetisch ist.
00:34:33: Das gibt es nicht die eine Wahrheit, ne?
00:34:35: Aber
00:34:35: auch manchmal also viele fühlen sich herausgefordert oder sind auch immer wieder ich auch herausgefordert wenn es um naturwissenschaftliche Fakten geht.
00:34:43: Warum gibt es keine Dinosahurier mehr?
00:34:46: Die sind halt ausgestorben.
00:34:48: Ist das erst aber sonst einfällig und dann kann man mal schon sagen Vielleicht, ich glaube das ist gar nicht so sicher.
00:34:55: Das ist eine gute Frage die du stellst weil damit beschäftigen sich viele Wissenschaftler und Archäologen und so, die überprüfen dass wie es eigentlich passieren konnte, dass sie ausgestorben sind.
00:35:04: Gute Frage!
00:35:06: Also ich habe gelesen mal, dass es so ein Meteoriten gab der ist irgendwie eingeschlagen in die Erde Und dann wurde alles dunkeles, gab kein Licht mehr und deswegen sind die ausgestormt.
00:35:18: Das könnte sein Warum könnten die sonst ausgestorbene sein?
00:35:21: Was glaubst denn
00:35:21: du?!
00:35:22: Und so kann man dann etwas reflektieren, oder müsste man auch ein bisschen reflektierend über das eigene Wissen.
00:35:28: Kinder fordern uns ja mit ihren Fragen ständig heraus in unserem hachso bequem auf den ersten Blick Fakten wissen was wir haben und tatsächlich muss man vieles hinterfragen und sagen und auch ein bißchen differenziert betrachten und sagen Das ist aber glaube ich gibt es auch andere Theorien.
00:35:44: frag mich nicht welche Ich weiß es nicht.
00:35:46: Was glaubst du?
00:35:47: Was könnten denn andere Theorian sein?
00:35:48: und dann ist es spannend zu sehen was die Kinder für Ideen dazu haben und wie sie sich weiterentwickeln.
00:35:53: Und das öffnet den Raum, ne?
00:35:55: Das öffnete den Raum.
00:35:56: und da kommen wir auch wieder so zum Start unseres Gespräches, wenn wir dort darauf gucken, was macht gute Interaktion aus, auch in diesen kleinen Gesprächsanlässen wurde für mich jetzt wieder ganz viel bewusst und deutlich und war jetzt für mich ein ganz bunter Volumenstrauß.
00:36:11: Ich vermute ich nehme auch dieses Wort vielleicht jetzt in meine Interaktionsmomente mit den Kindern wieder viel verstärkt damit oder einfach auch dieser Geöffneten Möglichkeiten anzubieten.
00:36:21: Ja, Caroline, wenn du jetzt zum Ende zu unserem Gespräch noch mal so kurz in dich gehst und überlegst, wenn die Hörer und Hörerin aus dem Gespräch eine Kernbotschaft mitnehmen sollten, diese sich am besten dick markieren, abspeichern, die dir besonders wichtig ist?
00:36:36: Welche wäre das?
00:36:37: Vielleicht der Mut zum Nichtperfekt sein – das auf jeden Fall!
00:36:41: Es geht nicht immer.
00:36:43: Aber wenn wir das Ziel haben jemanden wirklich ... anzuregen zu fördern in seinen Gedanken und seine Ideen, dann brauchen wir als erstes mal diese Einstellung.
00:36:53: Und müssen das im Grunde kommunizieren?
00:36:54: Mich interessiert – für mich zählt auch was du denkst!
00:36:59: Für mich ist wichtig, was Du denkst.
00:37:02: Deswegen fühle ich gerade dieses Gespräch mit Dir.
00:37:05: Das würde ich mir wünschen dass man häufiger bewusst so in einen Dialog reingeht.
00:37:11: Dann, glaube ich, geht vieles automatisch.
00:37:13: Da muss man sich gar nicht die einzelnen Wortel merken oder so, sondern wenn man mit dieser Einstellung reingeht ... Ich möchte wissen was du dazu beißt und mit dir gemeinsam überlegen dann geht schon einiges, glaub'
00:37:23: ich.".
00:37:23: Ist ja auch total das Geschenk für einen Kind ne?
00:37:26: Es interessiert sich jemandem für mich!
00:37:28: Ich bin wichtig, ne?
00:37:30: Ich werde gesehen, ich werd gehört.
00:37:32: Das ist der Ballsampur und eigentlich so die Grundlage von allem.
00:37:35: Das ist der Kern, der pädagogischen Arbeit denke ich.
00:37:38: Also die Kinder in ihrer Entfaltung und in ihrer Entwicklung zu fördern.
00:37:42: aber klar es gibt so viele unterschiedliche Punkte, die man bedenken und berücksichtigen und gleichzeitig sich muss und sich einen Vordergrund drängen.
00:37:49: da geht das.
00:37:50: womöglich bin ich mal unter weil muss man sich ein Stück wenn man kann dann so zurückzunehmen.
00:37:55: sie sagen jetzt möchte ich wissen was du dazu weißt und denkst dass es wenn man die Zeit sich nehmen kann und das schon wichtig denke Es
00:38:03: macht auch Spaß und bei dir klingt es auch wie ein bisschen Magier.
00:38:06: Total schön!
00:38:07: Ich danke dir von Herzen für das ja total schöne Gespräch mit vielen, vielen Beispielen.
00:38:12: wir verlinken ich würde vorschlagen auch nochmal Studien die es dazu gibt, die du teilen kannst auch in den Show-Notes-Weltern noch vertiefter einsteigen mag und ich dank dir von herzten für das Gespräch.
00:38:22: Ja vielen Dank.
00:38:23: ich bedanke mich für die Gelegenheit.